Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Spätlese feinherb

2009

Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Spätlese feinherb

Hermann Ludes, Deutschland, 0.75l

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Wer wissen will wie sich die 2019er Spätlese entwickeln wird, der sollte sich die 2009er gleich mit bestellen. Auch wenn dieser Wein nicht aus der gleichen Parzelle ist, zeigt er doch ähnliche Eleganz, ist immer noch extrem frisch, man kann sagen, zeitlos. Durch die Reife aber trockener schmeckend.

Das Reifevermögen und die Besonderheit der Ritsch-Rieslinge zeigen dann exemplarisch die beiden gereiften Spätlesen aus 2009 und 2004. Der 2009er schmeckt heute trocken, hat eine herrliche Balance von Frische und Würze, zeigt florale Noten, Orangenblüte und Orangenthymian. Der 2004er liegt etwas höher in der Süße, zeigt damit mehr Körper, mehr Schmelz, steht jetzt gerade mal am Beginn der Trinkreife und wird auch noch mindestens die nächsten 10 Jahre viel Freude machen.

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Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Spätlese feinherb

Herkunft

Das kleine Mosel-Dorf Thörnich, aus der dieser Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Spätlese feinherb stammt, beheimatet eine der besten und spektakulärsten deutschen Riesling-Lagen, die Ritsch. Wie ein Monolith steht die Lage zwischen zwei Seitentälern der Mosel, keine andere Lage der Mosel ist so klar abgegrenzt. Die Ausrichtung nach Süd-Südwest fängt die Sonne ein, die Seitentäler versorgen die Lage mit Kühle, so entstehen einzigartige Rieslinge, die gleichzeitig schlank, mineralisch und säuregetrieben sind und trotzdem eine herrliche Reife und innere Harmonie zeigen. Eine Mischung die die Weine der Ritsch weltweit einzigartig macht. Ein großer Teil dieses monumentalen Weinfelsens (bis zu 60 Grad Hangneigung) ist noch mit 80-100 Jahre alten, wurzelechten Reben bepflanzt. Teilweise ist es so steil, das Teile des Weinberges terrassenförmig angelegt wurden.  Der dünne, teilweise überhaupt nicht vorkommende Oberboden und der verwitterte blanke Fels aus grauem Schiefer sorgen für extrem lagerfähige Rieslinge.

Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Spätlese feinherb

Thörnicher Ritsch am 22.2.2021

Visionär

Winzer Hermann Ludes hat diesen Charakter der Lage immer erkannt und heute ist er der letzte herausragende Winzer der Lage. Seine Weine spiegeln wie keine anderen den Charakter der Lage wider. Das Weingut Hermann Ludes (“Wein, Wein und nochmals Wein ist mein Leben”) blickt auf eine wahrlich lange Geschichte zurück. Bis 1970 war es Mitglied der Naturwein-Versteigerungsgesellschaft Trier, einer der Vorgängerorganisationen des Bernkasteler Ring, die ihre Weine zu hohen Preisen verkauften.

Mit dem Abschwung in den 1970/80ern fiel das Weingut unter das Radar, wie so viele Weingüter damals.  Hermann Ludes aber nutzte diesen Abschwung und erweiterte sein Ritsch Portfolio peu a peu. Seine Reben stehen ausnahmslos am Steilhang, oft nur über Treppen zu erreichen.  Hermann Ludes Weine aus der Ritsch brauchen Zeit, 5,10, 15, 20 Jahre , ja sogar Weine aus 1953 waren noch mit größtem Vergnügen zu trinken, wie uns “Hermi” Ludes erzählte und wie wir sie bei ihm im Februar 2021 probieren konnten. Sie  entwickeln mit dem Alter eine wunderbare Finesse und zeigen eine ziemlich einzigartige Note von gelben Zitrusfrüchten.

Die nächste Generation – Julian Ludes

In den letzten 3 Jahren unterstützt ihn mehr und mehr sein Neffe Julian, der 2020 sein Studium in Geisenheim beendet hat und nun voll im Weingut dabei ist. Onkel und Neffe verbindet ein Ziel:  die Rieslinge der Ritsch wieder so bekannt zu machen wie Anfang des 20. Jahrhunderts, als 3 Fuder (=3000l) Ritsch-Riesling den Wert einer Villa besaßen.

Zeitreise

Die Ritsch-Rieslinge, wie der Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Kabinett feinherb Gackes unten, wirken aus der Zeit gefallen, abseits jeder Mode sind sie Botschafter ihrer Herkunft. Hier wirkt nichts gemacht, aufgesetzt oder gar am Zeitgeist orientiert. Nein diese Weine zeigen Charakter, Herkunft, sind weltweit einzigartig. Die Frucht bleibt immer dezent, ein wenig Zitrusfrüchte, ein Hauch Apfel, mal grüner in kühlen Jahren mal gelbfruchtiger in reifen Jahren, immer sind die Kräuteraromen von Thymian und Basilikum präsent. Charakterbildend ist die Säure, die durchaus prägnant, aber immer reif, immer von einem hohen Weinsäureanteil geprägt ist. Diese Riesling-Solitäre brauchen fast immer Luft, am besten Reife, 5-10 Jahre sind für diese Weine keine Zeit, in den besten Jahren können sie über 50 Jahre reifen. Es sind Weine die sich außerhalb einer zeitlichen Einordnung präsentieren, stilistisch singulär, repräsentieren sie den Geist der Ritsch.

Vinifizierung Hermann Ludes Thörnicher Ritsch Riesling Spätlese feinherb

Selektive Handlese nur gesunder Trauben. Schonende Pressung, Spontangärung, im Keller wird konsequent auf alles verzichtet: keine Reinzuchthefen, keine Enzyme oder Pülverchen.

Memo zur Speise

Filets vom Wolfsbarsch in Krustentier-Hummerfond:
1,2 kg Wolfsbarsch aus Wildfang filetieren enthäuten. Kopf, Haut und Gräten landen mit Krustentier-Hummer-Fond, Noilly Prat, Zwiebel, Schalotte, Knoblauch, Karotte und Pastinake im Topf, werden ausgekocht, gesiebt, filtriert und stark reduziert. Abgeschmeckt wird mit Mascarpone, Salz und frischem Estragon. Das dauert, aber es lohnt sich. Die Filets ziehen ein paar Minuten in der Reduktion. In der letzten Minute kommen noch einige Nordseegarnelen dazu. (Rezept von Joachim K. aus KA)
Als Begleiter zum Wolfsbarsch haben wir die 2009er Thörnischer Ritsch Riesling Spätlese feinherb vom Weingut Ludes gewählt. Der Wein kommt nahezu trocken rüber. Die dezente Reifenote und der leicht herb-süße Weinbergspfirsch ergänzen den Wolfsbarsch in der cremigen Reduktion perfekt.

Memo zur Degustation

Wer wissen will wie sich die 2019er Spätlese entwickeln wird, der sollte sich die 2009er gleich mit bestellen. Auch wenn dieser Wein nicht aus der gleichen Parzelle ist, zeigt er doch ähnliche Eleganz, ist immer noch extrem frisch, man kann sagen, zeitlos. Durch die Reife aber trockener schmeckend.

Das Reifevermögen und die Besonderheit der Ritsch-Rieslinge zeigen dann exemplarisch die beiden gereiften Spätlesen aus 2009 und 2004. Der 2009er schmeckt heute trocken, hat eine herrliche Balance von Frische und Würze, zeigt florale Noten, Orangenblüte und Orangenthymian. Der 2004er liegt etwas höher in der Süße, zeigt damit mehr Körper, mehr Schmelz, steht jetzt gerade mal am Beginn der trinkreife und wird auch noch mindestens die nächsten 10 Jahre viel Freude machen.

Memo zum Boden

verwitterter graue Schiefer

Allgemeine Informationen
WeinartWeißwein
RebsorteRiesling
Geschmackfeinherb
LeitrebeRiesling
KategorieQualitätswein
Erzeugungkonventionell
VerschlussDrehverschluß
Herkunft
WeingutHermann Ludes
RegionMosel
BereichBernkastel
LageThörnicher Ritsch
HerkunftslandDeutschland
Verbrauch
Weintypfruchtig, mineralisch, feinherb
Trinkreife2023 - 2035
Trinktemperatur8 Grad
Analysewerte
Alkohol9.5% Vol.
Restzucker19,5 g/l
Allergiker-Infoenthält Sulfite, kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten
Säure8,5%
Punktewertungen
K&M Punkte93 Punkte