Luckert Blauer Silvaner trocken (DE-ÖKO-039)

2020

Luckert Blauer Silvaner trocken (DE-ÖKO-039)

Zehnthof Luckert, Deutschland, 0.75l

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Glänzende, intensive, gelbe Farbe, sehr klar, eindringliche cremige Frucht, Aprikosen, straff, stoffig, mineralisches Fundament. Auf der Zunge zu Beginn eher feine cremige Textur, danach ein Hauch von von Aprikose, feine, gelbe Kernobstaromen, leichter Holztouch, der aber schnell verfliegt. Sind diese fruchtigen Aromen erst einmal auf der Zunge verarbeitet, treten dann eher erdige, mineralische Komponenten auf den Plan. Am Gaumen straff, feinsaftig, stoffig, mineralisches Fundament, trockene Frucht mit feiner, lebendiger Säure. Fest am Gaumen, feiner Schmelz, recht eleganter, geschliffener Stil. Gewisse Tiefe, leicht nussige Aromen, Kräutertouch. Durchaus komplex, zeigt viel Spiel im Glas und auch eine gewisse Rundheit.

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Zehnthof Luckert | Franken | Maindreieck

17 ha Rebfläche, Produktion ca. 90.000 Flaschen, 50% der Rebfläche mit Silvaner auf Muschelkalk bestockt, Erstkontakt 2012, seit April 2018 bei K&M im Sortiment

Zehnthof Luckert

Zehnthof Luckert (Foto Andreas Durst)

Als der Vater von Ulrich (Ulli) und Wolfgang Luckert den Zehnthof Luckert mitten im historischen Ortskern von Sulzfeld 1979 kaufte, war noch nicht abzusehen, dass hier einmal einer der Topbetriebe Frankens ansässig sein wird. Vielleicht hätte er dann damals schon einen Neubau außerhalb vorgezogen.

Mit dem frühen Tod des Vaters 1993 lag die Verantwortung für das Weingut schon früh bei den beiden Brüdern. Ulli und Wolfgang gingen konsequent ihren Weg an die Spitze der fränkischen Winzer.

Bio-LOGISCH!

Der Schritt zum Bioanbau war für die beiden irgendwann einfach logisch. Man hatte auch vorher schon weitestgehend auf Insektizide und Kunstdünger verzichtet. Der Boden ist für die beiden Winzer des Zehnthof Luckert der Mittelpunkt, den wollen sie erhalten und wenn nötig auch verbessern. Dafür ist es essentiell, so wenig Gift wie möglich in die Natur einzubringen. Auch mit dem im Bioanbau erlaubten und notwendigen Kupfer als Pflanzenschutz wird hier sehr zurückhaltend umgegangen. Selbst in wirklich schwierigen, weil feuchten Jahren wie 2016, kam man hier mit weniger als zwei Drittel der erlaubten Höchstmenge von 3kg/ha aus. Im konventionellen Weinbau sind neben den agrarchemischen Mitteln noch zusätzlich 6kg/ha Kupfer erlaubt.

Im Weinberg wird sich gekümmert!

“Um die Reben und Trauben gesund zu erhalten, ist ein wichtiger Grundpfeiler, dass man sich um die Pflanzen kümmert”, so Wolfgang Luckert. Deshalb sind sowohl er als auch sein Bruder so oft wie möglich im Weinberg. Zwischensaaten nehmen Nährstoffe aus der Luft auf, wenn diese dann in den Boden eingearbeitet werden, dann ist das der beste Dünger. Es gibt Pflanzen, die den Kupfer aus dem Boden aufnehmen, so dass er sich eben nicht anreichert, wenn er als Pflanzenschutz ausgebracht wird.

Das Laubmanagement ist wichtig, damit die Trauben möglichst lange gesund bleiben, die Traubenzone wird so weit möglich entblättert. Zusammen mit dem Wind im Maintal sorgt dies für ein schnelles Abtrocknen der Beeren und verhindert Fäulnis.

Biodynamik – dafür sind wir vielleicht nicht sensibel genug.

Auf meine Frage, ob nun der nächste Schritt nach dem Bioanbau der aktuell so gehypte biodynamische Anbau wäre, meinte Wolfgang Luckert nur mit einem schelmischen Lächeln: “dafür sind wir vielleicht nicht sensibel genug”.

Alle seine Informationen konnten keinen echten positiven Einfluss der biodynamischen Präparate nachweisen und da sei er doch lieber auf der sicheren Seite der Wissenschaft, als auf der esoterischen Seite der Biodynamie. Außerdem ärgern ihn Kollegen, die gestern noch rein konventionell gearbeitet haben, dann einmal Hornkieselpräparat ausbringen und sich sofort “biodynamisch” nennen.

Für die Brüder vom Zehnthof Luckert ist der gute, seriöse und zertifizierte Bioanbau aufwendig und essentiell genug. Zudem bietet auch nur der zertifizierte Anbau einen echten Schutz für den Verbraucher. Uns gefällt dieser bodenständige und unaufgeregte Ansatz der beiden Brüder: erdig, fränkisch, mit Anspruch an die Qualität des Produkts, aber ohne Hokus-Pokus.

Eine Lage hat noch keinen Winzer groß gemacht, ein Winzer kann aber eine Lage groß machen

Sulzfeld war vor den Luckerts vielleicht für sein pittoreskes Ortsbild mit der erhaltenen Stadtmauer und den Türmen und der “Meterbratwurst” bekannt. Nicht aber als Weinort, auch wenn der Weinbau dort schon seit Jahrhunderten urkundlich bezeugt ist.

Der Sonnenberg, nach 1971 (neues Weingesetz) die einzige Lage im Ort (die alten Parzellen wurden alle der einen Lage zugeteilt), war nicht sonderlich berühmt.

Meine Frage ob man nicht auch einmal ein Auge auf die berühmten Lagen in Escherndorf oder Iphofen geworfen hätte, beantwortete Wolfgang Luckert dann so: „das war tatsächlich mal ein Thema, man hat sich dann aber doch lieber auf den eigenen Hausberg konzentriert und das Lagenportfolio rund um Sulzfeld ausgebaut.

Es gibt auch immer noch ein paar Rebfelder mit altem Rebbestand auf die man ein Auge geworfen hat und die man in den nächsten Jahren eventuell erwerben kann”. Trotzdem ist man mit aktuell 17ha zufrieden und will auch nicht mehr wachsen, da man sich eben hauptsächlich als Weinbauern im Weinberg und Keller sieht und weniger als reiner Repräsentant des Weinguts.

Wolfgang Luckert meinte zudem, dass der Sonnenberg insgesamt sicher nicht die Qualität eines Escherndorfer Lump hat. Es gibt aber durchaus Filetstücke darin, die mit den besten Parzellen des Lump mithalten können. Die meisten gehören heute ihnen. Insofern ist man sehr zufrieden mit den eigenen Lagen und auch in der Lage, dort herausragende Weine zu machen. Das schmeckt man Jahr für Jahr in den Weinen der Luckerts. Mit jedem neuen Jahrgang wird so auch der Sulzfelder Sonnenberg durch die Weine von Ulrich und Wolfgang Luckert berühmter.

Ernte 2020

Ein außergewöhnliches Jahr, welches uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai 2020 gab es in großen Teilen Frankes Spätfrost. Frankenweit wurde die kleinste Ernte seit 1985 eingefahren. Auch bei Luckerts gab es erhebliche Schäden, die so dort noch nie erlebt wurden. Fast 80% Verlust!

Anschrift des Weingutes:

Zehnthof Theo Luckert Inh. Wolfgang und Ulrich Luckert, Kettengasse 3-5, 97320 Sulzfeld am Main

Alle Weine dieses Winzers >>

Luckert Blauer Silvaner trocken (DE-ÖKO-039)

Herkunft – Wein für alle!

Wer beim Luckert Blauer Silvaner auf einen Rotwein tippt, liegt falsch! Der blaue Silvaner ist eine weiße Rebsorte, die heute leider nur noch selten angebaut wird. Denn auch beim Silvaner gibt es – wie bei den Burgundern – eine Variante von blauen Beeren. Forscher gehen davon aus, das der Blaue Silvaner der Vorfahr des Silvaners ist und der grüne durch eine natürliche Mutation aus dem blauen Silvaner entstanden ist. Er ist etwas würziger als der “Grüne”. Die Farbe changiert dabei von hellem Grau über Rot bis zu Violett, richtig blau sind sie selten.

Ausnahme-Jahrgang 2020 – Frost vernichtete fast 80%

In normalen Jahren trägt der Blaue Silvaner dem Zusatz “Sulzfelder”. Häufig stammen die Trauben aus dem ersten Lesedurchgang der Ersten und Großen Lagen. Die Weine bestechen durch Frucht, intensive Würze und deutliche Mineralität. Sie lassen ganz deutlich ihre Herkunft erkennen: geprägt vom Oberen Muschelkalk, „ein karger Boden, der keine Fehler verzeiht…“ schreibt die Familie selbst. Die vielleicht wichtigsten Weine für alle, für die guter Wein der tägliche Speisebegleiter ist. Sie bereiten aber viel früher Trinkspaß als unsere Spitzengewächse.

2020 war aber bei den Luckerts und bei vielen in Franken ansässigen Winzern kein einfaches, normales Jahr. Durch Frost wurden bei den Luckerts etwa 80% der Ernte vernichtet, eben auch in Sulzfeld, wo die Familie den Weinberg seit 2009 ausschließlich ökologisch bewirtschaftet. Der 2020er Blaue Silvaner stammt von ebenfalls durch die Familie Luckert ökologisch bewirtschafteten Rebanlagen ins Sommerhausen.

Vinifizierung Zehnthof Luckert Blauer Silvaner

Selektive Handlese im Weinberg, Spontanvergärung mit weinbergseigenen Hefen und Ausbau im traditionellen Doppelstückfass.

Memo zur Speise

Risotto mit Salzzitrone, Erben, grüner Spargel, roter Kampottpfeffer, Parmesan, Olivenöl, Basilikumblätter.

Memo zur Degustation

Glänzende, intensive, gelbe Farbe, sehr klar, eindringliche cremige Frucht, Aprikosen, straff, stoffig, mineralisches Fundament. Auf der Zunge zu Beginn eher feine cremige Textur, danach ein Hauch von von Aprikose, feine, gelbe Kernobstaromen, leichter Holztouch, der aber schnell verfliegt. Sind diese fruchtigen Aromen erst einmal auf der Zunge verarbeitet, treten dann eher erdige, mineralische Komponenten auf den Plan. Am Gaumen straff, feinsaftig, stoffig, mineralisches Fundament, trockene Frucht mit feiner, lebendiger Säure. Fest am Gaumen, feiner Schmelz, recht eleganter, geschliffener Stil. Gewisse Tiefe, leicht nussige Aromen, Kräutertouch. Durchaus komplex, zeigt viel Spiel im Glas und auch eine gewisse Rundheit.

Memo zum Boden

Oberer Muschelkalk, ein karger Boden, der keine Fehler verzeiht und die Weine komplex und rassig werden lässt.

Allgemeine Informationen
WeinartWeißwein
RebsorteSilvaner
Geschmacktrocken
LeitrebeSilvaner
KategorieQualitätswein
Erzeugungökologisch
VerschlussDrehverschluß
Herkunft
WeingutZehnthof Luckert
RegionFranken
BereichMaindreieck
HerkunftslandDeutschland
Verbrauch
Weintypmineralisch, mittelkräftig, frisch, trocken
Trinkreife2021 - 2023
Trinktemperatur10 Grad
Analysewerte
Alkohol12% Vol.
Allergiker-Infoenthält Sulfite, kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten
Punktewertungen
K&M Punkte87 Punkte