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Riesling »Quo Vadis«

2020

Riesling »Quo Vadis«

Tomislav Markovic, Deutschland, 0.75l

23,50

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Produkt enthält: 0,75 l

Grundpreis: 31,33/l

Ab einer Bestellmenge von 6 Flaschen erhalten Sie einen Rabatt von 1,00€/Flasche

Der erste Duft aus dem Glas zeigt uns feine mediterrane Kräuternoten, dazu Orangenzesten und Limettenabrieb, etwas Pomelo. Am Gaumen dann feine, an reife gelbe Früchte erinnernde, leicht schmelzige Frucht. Eine feine, reife Säure unterlegt dieses Mundgefühl, gefolgt von reifem, feinem Gerbstoff, der auch für Vielschichtigkeit sorgt. Im Finish dann an Graphit erinnernde Mineralik, dezente Würze, Kräuter, leicht salzig, gute Kraft, leicht antrocknend, aber insgesamt ein saftiger Riesling mit viel Zug am Gaumen. Sehr gut. Kein Mainstream. Eigenständig, im Vergleich zu 2019 sind die 2020er Weißweine einen Tick frischer und aufgrund von ein wenig Maischestandzeit auch mit einem Hauch mehr Grip am Gaumen ausgestattet.

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Riesling »Quo Vadis«

Herkunft

Der Markovic Riesling „Quo Vadis“ ist nach wie vor am Umherreisen. Der 2018er kam aus dem Eckelsheimer Eckberg (Rheinhessen), der 2019er stammte aus der “Buchholzer Sonnhalde“ am Randes des Schwarzwalds.  Für den 2020er kommen die Trauben wiederum aus dem Rheinhessischen. Der „Siefersheimer Höllberg“ ist eine nach Südost ausgerichtete Kuppe. Von zahlreichen Trockenmauern und verbuschten Arealen durchzogen, ist es die wärmste Lage in Siefersheim und hat eine Vegetation, die an Heidelandschaft erinnert. Der Untergrund besteht hauptsächlich aus Porphyr/Ryolith mit lehmigem Sand im Oberboden. Ökologische Bewirtschaftung.

Das Jahr 2020

Tomis Weißweine aus dem Jahrgang 2020 zeigen sich im Vergleich zu 2019 etwas frischer, da er etwas früher gelesen hat. Eine kurze Maischestandzeit sorgt zudem für “Action” und Grip am Gaumen.

Maßnahmen beim Jahrgang 2019

Gegen die Hitze und Ihre Auswirkungen sind die Mittel leider knapp. Langjähriger Humusaufbau, reduzierter Wuchs und somit weniger Wasserverbrauch sowie das Walzen der Begrünung als Isolationsschicht gegen die Wasserverdunstung sind da die wenigen Mittel, von einer Bewässerung mal abgesehen, über die man auch Streiten kann. In den von mir bewirtschafteten Flächen habe ich neben den Verlusten durch Sonnenbrand bewusst zusätzlich früh Ertrag reduziert, um den Wasserverbrauch zu senken. Den ersten Laubschnitt habe ich sehr spät nach hinten terminiert. Die Laubwandglocke sorgte für spürbar kühlere Temperaturen in meinen Weinbergen. Im August fiel dann der lang ersehnte Regen. Leider als Starkregen, aber besser als weitere Trockenheit, denn dies hätte zu massiven Ertragsverlusten geführt.

Sorgen machte lange die Stagnation des Beerenwachstums und der Reife. In den letzten Jahren wird der Zeitraum, in dem die Trauben den Zucker einlagern, immer schneller, heißt kürzer, und zwingt zu zügiger Lese, um nicht zu hohe Alkoholgehalte zu bekommen. Die Frage kam auf, wie physiologisch reif die Trauben bei ausreichenden Mostgewichten in 2019 sein würden. Der September brachte uns glücklicherweise Abkühlung mit relativ niedrigen Nachttemperaturen und hier und da Regen. Die Lese fand – endlich mal wieder – in der zweiten Septemberhälfte und im Oktober statt und bot somit ausreichend Hängezeit für die nötige Reife.

Wie sind sie denn nun, die Weine des Jahrgangs 2019? Das am stärksten herausstechende Merkmal ist die Frische des Jahrgangs. Die Säure ist höher als in den beiden Jahren zuvor, und die Weine generell straffer. Grundsätzlich sind die Weine auch etwas leichter als dies 2017 & 2018 der Fall war. Hier hinterlässt die Trockenheit des Sommers Ihre Spuren und bringt den 2019ern nicht ganz die Kraft der Vorgängerjahrgänge. Spannend sind sie aber allemal. Die einen zeigen Frucht und Frische, die anderen sind eher auf der kargen, mineralischen Seite und bieten somit ausreichend Abwechslung.

Vinifizierung Markovic Riesling Quo Vadis

Selektive Handlese der 25-jährigen Rebstöcke Ende September 2020 mit Auslese im Weinberg, schonender Transport in kleinen Kisten. Einmaischung mit 10 Stunden Standzeit. Anschließend schonende Ganztraubenpressung. Spontangärung in einem 4th Fill 500L Tonneau aus französischer Eiche, sowie im Edelstahl. Vollhefelager bis zum Ende der malolaktischen Gärung.  Ein Abstich und weiterer Ausbau in den gleichen Gebinden. Ertrag von 60hl/ha, Gesamtproduktion von 1100 Flaschen a 0,75l.

Der Gault Millau 2020 schreibt

Die Eltern von Tomislav Markovic stammen aus Slawonien in Kroatien, einer sehr weinverbundenen Region. Ein erstes Berufsleben führte ihn in eine deutsche Großbank. Doch dann orientierte er sich komplett um: „Aufgrund eines 2. Platzes beim Wettbewerb zum Weinkenner des Jahres der Zeitschrift ‚Der Feinschmecker‘ entschied ich mich 2011, meine Tätigkeit im Bankenwesen zu beenden, und schrieb mich am Weincampus Neustadt an der Weinstraße zum Weinbau- und Önologiestudium ein.“ Während des vierjährigen dualen Studiums absolvierte Markovic seine Praxismonate beim Weingut Bercher am Kaiserstuhl sowie Praktika bei der Domaine de Montille in Volnay und bei Vieira de Sousa im Douro-Tal. Seine eigenen Flächen bearbeitet er heute biodynamisch. Im Zukauf sind nicht alle Trauben aus ökologischer Produktion. Er achtet aber darauf, dass zumindest herbizidfrei gearbeitet und nicht mineralisch gedüngt wird. „Ziel ist, in Zukunft nur Weine aus ökologischer Traubenerzeugung anzubieten.“ Im Keller vergärt er größtenteils spontan und baut alle Weine in Holzbehältern aus.

Die Rotweinbereitung geschieht klassisch als offene Maischegärung mit unterschiedlichen Anteilen von ganzen Trauben. Die Einmaischung erfolgt mit den Füssen, gepresst wird mit einer Korbpresse. „Der Schwefeleinsatz erfolgt moderat, um die Weine expressiv zu halten, jedoch nicht in so niedrigen Mengen, als dass man von Natural Wines sprechen könnte“, so Markovic. „Ich greife generell wenig ein und lasse den Weinen Zeit zur Entwicklung. Ich denke, dass dies zu einer inneren Stabilität und Harmonie führt.“ In der Tat: Die Weine dieses Newcomers beeindruckten uns durch ihre ausgesprochene Finesse bei gleichzeitiger Kraft und Persönlichkeit. Ein Name, den man sich merken sollte.

Memo zur Degustation

Der erste Duft aus dem Glas zeigt uns feine mediterrane Kräuternoten, dazu Orangenzesten und Limettenabrieb, etwas Pomelo. Am Gaumen dann feine, an reife gelbe Früchte erinnernde, leicht schmelzige Frucht. Eine feine, reife Säure unterlegt dieses Mundgefühl, gefolgt von reifem, feinem Gerbstoff, der auch für Vielschichtigkeit sorgt. Im Finish dann an Graphit erinnernde Mineralik, dezente Würze, Kräuter, leicht salzig, gute Kraft, leicht antrocknend, aber insgesamt ein saftiger Riesling mit viel Zug am Gaumen. Sehr gut. Kein Mainstream. Eigenständig, im Vergleich zu 2019 sind die 2020er Weißweine einen Tick frischer und aufgrund von ein wenig Maischestandzeit auch mit einem Hauch mehr Grip am Gaumen ausgestattet.

Memo zum Boden

Porphyr/Ryolith mit lehmigem Sand im Oberboden

Tomislav Markovic | Rheinhessen & Baden

0,5 ha Rebfläche | Produktion ca. 6.000 Flaschen | naturnahe Arbeitsweise | vom Bänker zum Winzer – die Liebe zum Wein besiegte den Kapitalismus – eigene Handschrift | spontan vergoren |  ungeschönt und unfiltriert abgefüllt | möglichst wenig Schwefel | Erster Jahrgang 2015 | Seit August 2017 bei K&M im Sortiment.

Tomislav Markovic

Tomislav Markovic

Entdeckung des Jahres 2020 Wein-Plus

Tomislav Markovic – Entdeckung des Jahres Bereich Rheinhessen & Baden

Zuhause ist das Weingut eigentlich in Breisach in Baden, doch einen Teil seiner Trauben bezieht Markovic aus Rheinhessen, weshalb es hier auffallend guten Riesling aus Siefersheim gibt. So ergab sich die verwirrende Situation, dass wir in Baden eigentlich eineinhalb Entdeckungen hätten und eine halbe in Rheinhessen. Wer also den ganz und gar eigenständigen “Quo Vadis” oder den Kabinett aus dem Höllenberg probiert, darf schon auch gleich die exzellenten Spätburgunder aus Baden mitkosten.

“I am a classic négociant-éleveur. Having 0,5 hectares on my own with Pinot Noir, Sauvignon Blanc and Touriga Nacional, I am sourcing organic farmed grapes for my wines from good friends in Baden & Rheinhessen. Focus is on lot of handwork in the vineyard, including biodynamic aspects and taking care of biodiversity. My winemaking approach is low-intervention, with classic techniques and no additives or filtration if avoidable. The wines get time to harmonize and stabilize in a natural way prior to bottling.”

Vom Bänker zum Winzer

Die Wurzeln von Tomislav Markovic liegen in Kroatien. Seine Eltern stammen aus Slawonien, jener Region, aus der die Eichen für die großen Holzfässer, die hauptsächlich in der Toskana und dem Piemont zu finden sind, stammen. Während seiner jährlichen Heimaturlaube führte ihn sein Onkel an das Thema Wein heran. Plötzlich war die Neugier geweckt: wie kommen die Aromen in den Wein? Gibt es Besseres als Müller-Thurgau und Weißherbst?

Geboren und aufgewachsen ist er im Rhein/Main-Gebiet. Von 1993 bis 1997 studierte er BWL, ab dem Jahr 2000 wechselte er zu den großen Bankenhäusern nach Frankfurt. Wir haben uns eher zufällig immer wieder mal auf Weinveranstaltungen getroffen und uns ausgetauscht. Zu jener Zeit machten auch wir uns gerade selbstständig im Wein-Business. Neben dem Spätburgunder galt seine große Aufmerksamkeit vor allem den Rieslingen von der Mosel. Diese Liebe hält bis heute an. Probieren Sie doch einmal seinen wunderbaren KABINETT.

Bank adé – Willkommen im Winzerleben

2011 krempelte er sein berufliches Leben noch einmal um. Er schmiss den Bankjob und begann am Weincampus Neustadt Weinbau & Önologie zu studieren. Einher ging dabei die Ausbildung zum Winzer beim Weingut Bercher in Burkheim am Kaiserstuhl. Es folgten Praktika in Portugal beim Weingut Viera de Sousa (Douro) und 2015 beim berühmten Weingut Domaine de Montille in Volnay. Seit Juni 2016 ist er beim Beratungsdienst ökologischer Weinbau in Freiburg als Berater für Bio-Weinbau & Önologie tätig.

Vorbild Burgund & Douro

Nicht nur die Weine aus diesen Gebieten faszinieren Tomislav. Auch die vielen gemeinsamen Projekte der Winzer im Dourotal findet er beispielhaft für den Erfolg einer Region. So hat er sich das im Burgund übliche Modell der Négociant – vinificateurs zu Eigen gemacht. Man kauft Trauben oder Most und verarbeitet ihn dann zu seinem Wein. Ziemlich vorteilhaft, denn an geeignete, hochwertige Rebflächen zu gelangen ist für einen Quereinsteiger nicht so einfach. Bis er seine eigenen Weinberge im heimischen Breisgau findet, kann er auf Rebflächen von Freunden in Rheinhessen und am Kaiserstuhl zurückgreifen.

Ihm geht es dabei nicht um nüchterne Geschäftsbeziehungen, sondern sieht die Zusammenarbeit als Projekte an. Das Ziel ist es, gemeinsam mit den Freunden das Potential der ausgesuchten Lagen durch individuelle, wenn möglich ökologische Weinbergsarbeit auszuschöpfen. Die Spätburgunderparzelle am Kaiserstuhl bearbeitet er vorwiegend selbst nach seinen eigenen Vorstellungen. Der 2016er Pinot Noir ist vom Fass vielversprechend. Da hat jemand in Frankreich genau hingeschaut. Wir sind gespannt.

Update 2016er Spätburgunder und 2017er Weißweine

Die Weine haben in der Frankfurter Spitzengastronomie (Weinsinn, Bidlabu)  großen Anklang gefunden. Tomi muss die Weine mittlerweile zuteilen. Da wir von Anfang an dabei sind, bekommen wir vom Kuchen auch immer das größte Stück.

Weinstil

“Ich möchte frische, balancierte Weine machen, mit feiner, tiefer Frucht und dabei immer leichtfüßig. Das Holz soll immer subtil unterstützen, nie vorschmecken. Im Übrigen eine schwierige Aufgabe – da benötigt es viel Erfahrung, die Kenntnis über sein Traubenmaterial und super Fässer.”

Anschrift des Weingutes:

Tomislav Markovic | Kupfertorplatz 1 | 79206 Breisach

Alle Weine dieses Winzers >>
Allgemeine Informationen
WeinartWeißwein
RebsorteRiesling
Geschmacktrocken
LeitrebeRiesling
KategorieLandwein
Erzeugungkonventionell
VerschlussNaturkork
Herkunft
WeingutTomislav Markovic
RegionRheinhessen
BereichBingen
LageSiefersheim Höllberg
HerkunftslandDeutschland
Verbrauch
Weintypmineralisch, kraftvoll, frisch, trocken
Trinkreife2023 - 2027
Trinktemperatur10 Grad
Analysewerte
Alkohol12,5% Vol.
Restzucker0,1 g/l
Allergiker-Infoenthält Sulfite, kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten
Säure5%
Punktewertungen
K&M Punkte89 Punkte
Wein-Plus87 Punkte

Etwas kräuteriger, fast ein wenig an Salbei erinnernder Duft nach reifen Zitrusfrüchten und Steinobst mit einem Hauch dunkler Beeren, angedeutet Lavendel und mineralischen Noten. Reife, teils eingemacht wirkende, schmelzige Frucht, eher moderate Säure, etwas Griff von mürbem Gerbstoff, wieder an Salbei erinnernde Kräuterige Aromen, kreidig-mineralische Töne, nachhaltig, salzig, hat Kraft, etwas Tiefe, ein Hauch Butter im Hintergrund, sehr guter, ganz leicht trocknender Abgang. Eigenwillig, aber sehr gut.