Neuburger »Golden Erd« (AT-BIO-402)

2017

Neuburger »Golden Erd« (AT-BIO-402)

Tinhof, Österreich, 0.75l

39,00

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Grundpreis: 52,00/l

Als wäre der Neuburger Leithaberg nicht schon großartig, setzt Erwin Tinhof hier noch einen drauf. Mehr und besser geht Neuburger aus unserer Ansicht nicht. Seit 2004 führen wir die Weine – auch den Neuburger – und nie ist uns ein besseres Exemplar ins Glas gekommen. Etwas kräftiger in der Farbe als der Leithaberg Neuburger. Hochreife, aber nicht überreife Frucht nach weißen Blüten, etwas Ananas und Wiesenkräutern. Der erste Schluck zeigt uns die ganze Bandbreite des Weines: enorm dicht am Gaumen, feiner Schmelz, reife Frucht, sehr sanft, aber mit gutem Säurebogen, zeigt eine gut gewichtete Konzentration mit abwechslungsreichem Spiel von Frucht, Schmelz, Säure. Macht derzeit mit Luftzufuhr über 1-2 Stunden eine tolle Entwicklung durch und zeigt in dieser Zeit seine enorme Vielschichtigkeit. Herausragend am Ende der Reise am Gaumen ist das kühl-kalkige Finish mit vielen Kräuternoten und einem Hauch Blockmalz vom wie immer gekonnt durchgeführten Holzfassausbau.

Wein für Wein Podcast#44 vom 30.04.2022 Tinhof – Neuburger Ried Golden Erd

Vorrätig

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Neuburger »Golden Erd« (AT-BIO-402)

Im Stile eines großen, weißen Burgunders!

Neuburger »Golden Erd« (AT-BIO-402)Die seltene österreichische Rebsorte Neuburger hat es uns angetan. Auf beinahe sechs Hektar Weingartenfläche pflegen wir ihre Reben bei uns am Leithaberg im Burgenland. Ihre Würzigkeit, burgundischen Noten, Tiefe und Balance sind ihre qualitativen Vorzüge, die hohe Toleranz gegen Trockenheit in Zeiten des Klimawandels gibt ihr auch wirtschaftliche Bedeutung. Die Trauben für den Tinhof Neuburger Golden Erd stammen von 22-jährigen Rebstöcken  aus der Lage Golden Erd, einem Teil der Riede Feiersteig in Eisenstadt. Der Boden ist in diesem Bereich besonders karg und hervorragend geeignet. Sie wurde schon in den Bergbüchern von 1455 als die beste Weingartenlage in Eisenstadt erwähnt. Geprägt ist diese durch reinen Leithakalk mit hohem Grobanteil. Dadurch ergibt sich eine wunderbare Bodenstruktur, die die Wurzeln der alten Rebstöcke sehr tief wachsen lässt. Diese transportieren somit die Mineralik des Bodens wunderbar in den Wein.

Vinifizierung Tinhof Neuburger Golden Erd

Handlese völlig gesunder Trauben von 22-jährigen Reben, kurze 12-stündige Maischestandzeit, leichte Pressung der gequetschten Trauben sowie rasche Klärung des Mostes, Spontangärung wie Leithaberg DAC Neuburger, Ausbau in kleinen Holzfässern (500 l) ungeschwefelt auf der Hefe. Abfüllung von 738 Flaschen am 18. Juni 2018, knapp 1 Jahr nach der Lese, dann weitere 16 Monate Flaschenreife vor dem Verkauf. Erwin Tinhofs grandioser Neuburger aus der Golden Erd  präsentiert sich durch und durch im Stile eines großen, weißen Burgunders.

Lesen Sie hier den Bericht von Carsten Stammen zur Reifefähigkeit von Neuburger anlässlich einer Präsentation gereifter Weine im Restaurant Steirereck in Wien.

Memo zur Speise

Auch hier verweisen wir auf eine Küche der exotischen Gewürze mit moderater Schärfe. Probieren Sie doch ´mal ein Fisch-Curry mit Gemüse

Rezept für 2 Personen:
150 g Zanderfilet, 150 g Kabeljau-Filet, 150 g Biolachsfilet, 6 Garnelen, 1 Zwiebel, 1 Stange Zitronengras, 4 EL Olivenöl, 125 g Ingwer, 1 Chilischote, 1 EL rote Currypaste, je 200g rote+gelbe Paprika, 2 Karotten, 100 g Zuckerschoten, 200 ml Kokosmilch, 1 abgeriebene Schale und Saft von 1 unbehandelten Limette, 40 ml Schlagsahne, Salz, Pfeffer, Koriandergrün, Sprossen.

Zubereitung:
Fischfilets waschen, trocken tupfen. Garnelen schälen und putzen, die Abschnitte aufbewahren. Fischfilets in gleich große Stücke schneiden, beiseite. Zwiebel schälen, Zitronengras waschen. Beides fein schneiden und mit den Karkassen in einem Topf in 1 EL Öl anschwitzen. Ingwer schälen und in Scheiben schneiden. Chilischote waschen und grob zerkleinern. Chilischote und etwas weniger als die Hälfte des Ingwers in den Topf geben. Dann Currypaste hinzufügen und anschließend mit 1 l Wasser aufgießen, ca.30 Minuten sanft köcheln lassen. Eine Pfanne mit 1 EL Olivenöl gut vorheizen. Fisch und Garnelen separat voneinander scharf anbraten. Anschließend zur Seite stellen. Die Paprika waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden. Karotten putzen, schälen und in Stifte schneiden. Mit dem restlichen Ingwer zusammen in etwas Olivenöl scharf anbraten. Zuckerschoten putzen. Zuckerschoten und Paprika ebenfalls separat voneinander in Öl scharf anbraten. Den vorbereiteten Fond durch ein grobes Sieb in eine Pfanne gießen und mit Kokosmilch aufkochen, etwas Limettenschale dazu reiben. Anschließend die Limette teilen und den Saft einer halben Limette hinzufügen. Die andere Hälfte beiseite legen. Das zuvor angebratene Gemüse zugeben. Sahne hinzufügen. Hitze reduzieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fisch und Garnelen unter das Curry heben. Koriandergrün, Sojasprossen, Saft der anderen Limettenhälfte und 1 EL Olivenöl vermengen und auf dem Curry anrichten. Dazu empfehlen wie Basmatireis.

Memo zur Degustation

Als wäre der Neuburger Leithaberg nicht schon großartig, setzt Erwin Tinhof hier noch einen drauf. Mehr und besser geht Neuburger aus unserer Ansicht nicht. Seit 2004 führen wir die Weine - auch den Neuburger - und nie ist uns ein besseres Exemplar ins Glas gekommen. Etwas kräftiger in der Farbe als der Leithaberg Neuburger. Hochreife, aber nicht überreife Frucht nach weißen Blüten, etwas Ananas und Wiesenkräutern. Der erste Schluck zeigt uns die ganze Bandbreite des Weines: enorm dicht am Gaumen, feiner Schmelz, reife Frucht, sehr sanft, aber mit gutem Säurebogen, zeigt eine gut gewichtete Konzentration mit abwechslungsreichem Spiel von Frucht, Schmelz, Säure. Macht derzeit mit Luftzufuhr über 1-2 Stunden eine tolle Entwicklung durch und zeigt in dieser Zeit seine enorme Vielschichtigkeit. Herausragend am Ende der Reise am Gaumen ist das kühl-kalkige Finish mit vielen Kräuternoten und einem Hauch Blockmalz vom wie immer gekonnt durchgeführten Holzfassausbau.

Memo zum Boden

Riede Feiersteig, kalkreiche Braunerde, mäßiger Humusgehalt, sandige Leithakalkschotter, grobschollig.

Erwin Tinhof | Burgenland

18 ha Rebfläche | Produktion ca. 90.000 Flaschen | biozertifizierte Arbeitsweise | Spezialist für die aussterbende Rebsorte Neuburger | Erstkontakt 2004 | seit Oktober 2005 bei K&M im Sortiment

Weingut Erwin Tinhof

Erwin Tinhof – Mr. Neuburger

Herkunft

Die Familie Tinhof bewirtschaftet seit 12 Generationen Weingärten am Leithaberg bei Eisenstadt. Seit einer Ewigkeit dreht sich auch fast alles im Leben des Eisenstädters Erwin Tinhof um den Wein. Schon als Kind macht er sich gemeinsam mit dem Vater im Weingarten die Hände schmutzig. Später hat er den 1 ha großen Weingarten seines 1983 verstorbenen Vaters gemeinsam mit 3,5 von seinem Onkel gepachteten Hektar begonnen selbst zu bewirtschaften. Als guter Freund von Dr. Josef Schuller MW war er einer der ersten Mitarbeiter und Lektor der Weinakademie Österreich, studierte Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien und der Universität von Montpellier. Er dissertierte mit einer Diplomarbeit über Welschriesling im Burgenland.

Mas de Daumas Gassac – richtungsweisend

Entscheidend für seine Entwicklung war ein Praktikum am Weingut Mas de Daumas Gassac in Südfrankreich. „Auch dort werden keine internationalen Sorten angebaut, sondern Mas de Daumas konzentriert und reduziert sein Portfolio auf das Regionale. “Das habe ich von dort
mitgenommen: die Eigenständigkeit der Darstellung des Terroirs und den Willen, dieses international zu präsentieren!“

Autochthon

Es sind ausschließlich österreichische Rebsorten, die auf Tinhofs Weinbergen – alle oberhalb des Schlosses Esterhazy gelegen – ihre Wurzeln in die Erde schicken. Der Grund für so viel Konsequenz liegt in Frankreich vergraben.

Eines schönen Tages stand Tinhof vor der Lage Romanée-Conti, der berühmtesten in Burgund. Die Antwort auf die Frage, warum dieser Wein “zum Donnerwetter so teuer ist”, glaubt der 47-Jährige zu kennen: Es sind der Boden und die Lage, die den Wein besonders machen. “Na gut”, denkt er sich. Warum auf den Hängen des Leithagebirges Chardonnay pflanzen, wenn dort der Neuburger zuhause ist?

Tinhof – das sind wir alle

2010 erfolgte der Einstieg von Neffe Lukas Plöckinger und seinen Ideen in das Weingut Tinhof. Er studiert wie sein Onkel Landwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien und absolvierte ein Praktikum am international renommierten Weingut Kollwentz in Großhöflein. Erwin und Lukas profitieren sehr vom ständigen Meinungsaustausch. Beide können sich und ihre Weine dadurch weiterentwickeln. Sämtliche Entscheidungen treffen sie gemeinsam. Für alle Aussagen und Zitate zeichnen daher Erwin Tinhof und Lukas Plöckinger gemeinsam verantwortlich.

„Wir sind kein Familienweingut, sondern wir alle miteinander sind Tinhof. Unsere Familie ist seit 11 Generationen am Leithaberg; das ist eine Gnade, nicht mein Verdienst. Es ist auch eine Verantwortung für Vergangenheit und Zukunft. Erwin ist nicht so wichtig für Tinhof, sondern dass die Personen eine Idee vertreten; Tinhof wird von den handelnden Menschen beseelt und gelebt, aber es soll eine übergeordnete Vision geben, unabhängig von der Generation“.

Schon ganz zu Beginn seiner Winzerlaufbahn 1990 hat Erwin Tinhof seine Weine in Burgunderflaschen gefüllt, „weil die Lagenvielfalt und die Reduktion auf das Wesentliche im Burgund ein Vorbild für mich sind. Ich wollte immer mit autochthonen Sorten arbeiten – in Frankreich baut auch niemand Neuburger an.“

Die Reduktion und Konzentration auf die Regionalität, die Eigenständigkeit der Darstellung des Terroirs: das hat Erwin Tinhof von seinem Aufenthalt auf Mas des Daumas Gassac mitgenommen. Sein Wunsch war, so etwas auch in Österreich umzusetzen, allerdings war der
österreichische Weinbau Anfang der 1990er Jahre sehr Mainstream- und international orientiert. So schwamm er eben gegen den Strom und stellte Herkunft und Lagen in den Mittelpunkt seines Schaffens. Das wichtigste Ziel ist es, „die verschiedenen Böden, welche die Typizität unserer Region ausmachen, in unseren Weinen auszudrücken. Daher haben wir 5 verschiedene Blaufränkisch.

Das Portfolio

Mit den Einstiegsweinen Tinhof Blanc und Tinhof Noir wollen wir Konsumenten an unseren Stil und unsere Heimat heranführen. Neuburger gibt es von verschiedenen Böden und in unterschiedlicher Komplexität.“ Lukas liebt den Neuburger besonders und möchte ihn „den Menschen schmackhaft machen. Er ist für mich eine tolle Sorte und mein Wunsch wäre, dass wir bald eine Messlatte für Neuburger sind. Wenn man über diese autochthone Sorte spricht, sollte man unbedingt auch über Tinhof sprechen.“

Mit wenigen Sorten wird hier eine große Weinvielfalt gezeigt, die auf die unterschiedlichen Böden zurückzuführen ist.

Tinhof = Bio

Biologisch zu wirtschaften war immer schon selbstverständlich für Erwin Tinhof. „Ich wurde zwar inspiriert, vor allem von André Ostertag und Marc Kreydenweiss sowie Anne-Claude Leflaive, denn auf den kalkigen Böden im Burgund herrschen sehr ähnliche Verhältnisse wie bei uns. Ich bin zu sehr Naturwissenschaftler, um mich da emotional hinreißen zu lassen, aber ich habe Respekt vor der Natur; es müssen Dinge von selber wachsen und entstehen.

Natur pur

Erwin Tinhof an seinem Lieblingsort oberhalb der Riede Feiersteig

Wir arbeiten in Weingärten, die seit 500 Jahren bekannt sind. Wir arbeiten für das langfristige Wohl der Natur. Wir denken nicht kurzfristig, und auch unsere Weine stehen für Langlebigkeit. Wir arbeiten mit der Zeit!“ Durch intensive Beschäftigung mit den Rebanlagen entsteht Wissen, Verständnis und schließlich das „Vertrauen, dass uns die Reben nicht im Stich lassen werden“.

Nach den Richtlinien des biologischen Weinbaues wurde schon lange gearbeitet, aber erst seit 2009 machte die Bewirtschaftung von größeren zusammenhängenden Flächen die Zertifizierung sinnvoll und argumentierbar. Erwin: „Ich glaube, dass der Bio-Begriff oft missbraucht wird. Ich werde nicht mit einem Pferd die Weingärten bearbeiten. Ich habe größten Respekt vor denen, die das machen, aber ich selber kann das nicht leben.

Auf Kupfer und Schwefel können wir nicht verzichten, weil wir eine gewisse Wirtschaftlichkeit erreichen und erhalten müssen. Trotzdem ist es ein Riesenunterschied zu konventionellem Weinbau. Es ist das gleiche, wie wenn Menschen krank sind: vitalisiere ich mich über Ernährung und Lebensweise oder nehme ich Antibiotika, die nur kurzfristig wirken? Es waren viele kleine Schritte, die mich zu Bio geführt haben. Die Kunden und unsere Mitarbeiter danken es uns, indem sie dahinterstehen. Alle unsere Mitarbeiter kennen jeden Stock, die Mikroklimata, die Verhältnisse. Das ist eine Einheit, eine Harmonie“. Lukas ergänzt, dass auch in schwierigen Jahren wie 2010 oder 2014 die Vitalität der Rebstöcke deutlich besser und stabiler ist als in konventionell bewirtschafteten Weingärten. „Es hat also einen Effekt. Schwierige Jahre stressen uns nicht mehr so, weil wir wissen, was die Weingärten können. Wir haben mehr Vertrauen“. Seit 2012 ist das Weingut Tinhof biozertifiziert.

Region Leithaberg – Weine vom Urmeer

“Das Leithagebirge ist ein Kleinod, qualitativ unheimlich faszinierend und nach wie vor unterschätzt.” Erwin Tinhof weiß, wovon er spricht. “Ich erzähl Ihnen ja keine G’schichteln: Seit 2800 Jahren gibt es hier nachweislich Weinbau. Erdkundlich betrachtet ein Klacks, für ein Menschenleben bedeutet es eine Ewigkeit.” Im 11. Jahrhundert haben Zisterziensermönche die Rebsorten Blauer Burgunder (Pinot Noir)
und Grauer Mönch (Pinot Gris) in das Gebiet zwischen Leithagebirge und Neusiedlersee gebracht. Schon vor den Türkenkriegen wurden Franken hier angesiedelt um das Land wieder aufzubauen. Danach hatten viele Adelige, aber auch Kommunen Weinbergsbesitz an den Hängen des Leithagebirges.

Da das Burgenland bis 1921 zu Ungarn gehörte, wurden die Weine vor allem dort verkauft und vermarktet, aber auch in der Residenzstadt Wien. Die Zugehörigkeit zu Ungarn erklärt auch die Bedeutung des Blaufränkisch, der als Kékfrankos eigentlich eine ungarische Sorte ist; vermutlich wurde er deshalb hier verstärkt angebaut um den Österreichern zu zeigen „wie man ordentlichen Rotwein macht“.

Die Familie Tinhof ist tief mit dem Leithaberg verwurzelt: mit Lukas Plöckinger bearbeitet hier nun die 12. Generation Weingärten. Er meint: „Die Bodenstruktur gibt uns gewisse Möglichkeiten vor. Die 17 Millionen Jahre sind greifbar, sind schmeckbar! In feinen, eleganten,
strukturierten, aussagekräftigen Weinen mit unverwechselbarem Charakter.

Unsere Weingärten liegen alle in Seehöhen von 150 – 280 Metern, aber alle haben andere Mikroklimata. Manche liegen am Wald, manche ganz offen. Die Kleinstrukturiertheit des Leithagebirges gibt uns die Vielfalt.“

Erwin Tinhof war 2002 ein Gründungsmitglied des Vereins Leithaberg, der die Schaffung der geschützten Ursprungsbezeichnung „Leithaberg DAC“ vorantrieb.

Böden

Das bis zu 484 m hohe Leithagebirge (oder „Der Leithaberg“) zieht sich 35 km entlang des Westufers des Neusiedlersees. Der Boden besteht im Kern aus kristallinem Gneis- und Glimmerschiefer die von stark kalkhaltigen Sedimenten des Urmeeres überlagert wurden. Die
Mischung aus Urgesteinsverwitterungsböden mit Schiefer und Muschelkalk gibt den Leithaberg Weinen ihren unverwechselbaren Charakter:

Kristalline Böden erwärmen sich leicht, sind karg und zwingen dadurch die Reben in die Tiefe zu wurzeln. Das wiederum ermöglicht die Aufnahme von gelösten Mineralsalzen aus dem Boden. Kalkhaltige Böden geben den Weinen eine spezielle, elegant-kompakte Säurestruktur und Pikanz. Sie sind besonders geeignet für Rebsorten der Burgundergruppe wie Blauer Burgunder, Sankt Laurent, Weißer Burgunder (Pinot Blanc) und Chardonnay sowie Neuburger. Zahlreiche Funde von versteinerten Muscheln und Meeresschneckenhäusern bezeugen den Ursprung des Leithaberges aus dem Urmeer.

Klima

Der weithin sichtbare Höhenrücken des Leithaberges stellt eine Klimascheide zwischen atlantisch – alpinem und pannonischem Klima dar. Auf seiner Ostseite, geschützt vor kühlen Winden aus Norden und Westen ist die Vegetationsperiode deutlich länger als in den umliegenden Gebieten.

Die Frühlinge und Herbste sind meist mild. Die Wassermasse des nahen Neusiedlersees speichert im Sommer Wärme und gibt sie im Herbst wieder ab. In beiden Jahreszeiten sorgt der See dadurch für ein ausgeglichenes Klima welches feine, engmaschige und mittelgewichtige Weine reifen lässt. Kleinsträumige Unterschiede entstehen durch die schützenden Wälder am Leithaberg. Die Winter sind kalt und durchaus schneearm. Die Jahresniederschlagsmenge liegt zwischen 400 bis 600mm/m2.

Tinhof = Leithaberg

Was ist die Herausforderung, um aus der jeweiligen Rebsorte die meiste Typizität am Leithaberg herauszuholen?
„Wir pflanzen autochthone Rebsorten auf einzigartigem Boden und erzeugen daraus unkonventionelle Weine. Diese mineralische Stilistik gibt es mit diesen Rebsorten sonst nirgendwo. Dazu nehmen wir alte und bewährte Klone, die aus eigenen Weingärten veredelt werden. Wir haben spezielle Unterlagsreben, die den Aktivkalkgehalt aushalten und auch nützen können. Und die bei uns übliche hohe Pflanzdichte erzeugt die unverwechselbare Leithakalkmineralik.“

„Rebsorten sind austauschbar. Unser Wein hat eine Heimat: die Böden, das Klima, die Menschen und ihre Ideen. Wir tun das was wir tun gerne und haben den Überblick über das was wir tun. Wir kennen unsere Lagen seit Generationen. Wir übernehmen Verantwortung für unser Handeln und die Natur. Wir wollen Botschafter des Leithaberges sein“.

Weingärten

Eine Besonderheit am Weingut Tinhof ist der Bestand an alten bis zu 60jährigen Rebstöcken. Seit 2003 werden Weingärten auch neu bepflanzt, hier fällt die hohe Pflanzdichte von 7.000 Stöcken pro Hektar auf. Das reguliert die Erträge und damit die Belastung: 1 Stock ergibt 1 kg
Trauben, das heißt 1 Flasche Wein. So bleibt der Stock länger gesund und vital.

Und gemeinsam mit der Dauerbegrünung zwingt die Stockdichte durch Konkurrenz die Wurzeln schneller und tiefer in den Boden zu wachsen. Dadurch können sie mehr Mineralsalze aufnehmen was die Weine tiefgründiger und komplexer macht. Weiters ist die richtige Standortauswahl entscheidend: nicht jede Rebe und jede Unterlage passt in jeden Weingarten. Wer das beachtet hat dann weniger Probleme, es bedarf aber langfristiger Planung.

Die Böden geben den Stil vor: elegante, feine strukturierte und aussagekräftige Weine. Durch biologische Bewirtschaftung werden die kleinräumigen Unterschiede herausgearbeitet: Leithakalk und ein wenig Glimmerschiefer wechseln sich ab und erzeugen mit dem Einfluss von Bewaldung, Wind, Schatten und Sonneneinstrahlung eine große Vielfalt.

Tinhof Neuburger & Weißburgunder Verkostung im Wiener Steirereck: 25 Jahrgänge 1990-2014.

Bericht von Petra Bader
Bericht von Carsten Stammen
Wein für Wein Podcast#44 vom 30.04.2022 Tinhof – Neuburger Ried Golden Erd 2017

Anschrift des Weingutes:

Tinhof | Eisenstädter Straße 10 | 7061 Trausdorf an der Wulka

Alle Weine dieses Winzers >>
Allgemeine Informationen
WeinartWeißwein
RebsorteNeuburger
Geschmacktrocken
LeitrebeNeuburger
KategorieQualitätswein
Erzeugungökologisch
VerschlussNaturkork
Herkunft
WeingutTinhof
RegionBurgenland
BereichLeithaberg DAC
LageGolden Erd
HerkunftslandÖsterreich
Verbrauch
Weintypkraftvoll, komplex, elegant, trocken
Trinkreife2020 - 2035
Trinktemperatur10 Grad
Analysewerte
Alkohol13,5% Vol.
Restzucker1 g/l
Allergiker-Infoenthält Sulfite, kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten
Säure5,7%
Punktewertungen
K&M Punkte93 Punkte
A la Carte95 Punkte
Falstaff93 Punkte
Wine Enthusiast94 Punkte

Helles Gelbgrün, Silberreflexe. Mit feiner Holzwürze unterlegte gelbe Tropenfrucht, zart nach Orangenzesten und Kletzen, Nuancen von Blütenhonig. Komplex, seidige Textur, weiße Pfirsichfrucht, frischer Säurebogen, ein Hauch von Dörrfrüchten im Abgang, zitronig-mineralischer Nachhall, gutes Reifepotenzial.
Tasting: Burgunder Trophy 2019; Verkostet von: Peter Moser. Erschienen in: Falstaff Magazin Österreich Nr. 6/2019, am 29.08.2019

Jugendliche Farbe, komplexe Aromatik, kandierte Orange und Birne, Kumquat, nussige Würze, körperreich, balanciertes, feines Säurespiel, dicht und engmaschige Struktur, feiner Gerbstoff, Mandeln, und Rancio im Nachhall, Potenzial. (A la Carte 95/100 Pkt.)

Russet pear peel, hay flower, spruce and wet earth subtly combine into an intriguing, appetizing nose. The palate comes in with an unexpected but delightful lemon brightness that highlights that aromatic edge of conifer. The texture has a phenolic grip that is reminiscent of chewed apple pip with a rather pleasant edge of bitterness. This is rich in feel, making it a great wine for the dinner table. Drink 2020–2030. ANNE KREBIEHL MW (Wine Enthusiast)