Ziereisen Jaspis Gutedel 10 hoch 4 Alte Reben unfiltriert

2015

Ziereisen Jaspis Gutedel 10 hoch 4 Alte Reben unfiltriert

Ziereisen, Deutschland, 0,75l

125,00

Grundpreis: 166,67/

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Die Nähe zum Burgund ist unverwechselbar, kein Wunder Beaune ist gerade mal 2 Autostunden entfernt, in Hanspeters Vinothek zieren zahlreiche leere Burgunderflaschen der großen Winzer Burgunds die Regale. Hier hat er sich Inspiration gesucht, und dennoch sind das keine Kopien großer weißer Burgunder, sondern ganz nach Hanspeters Handschrift entstandene Weine. Seinen Gutedel hoch vier nennt er immer wieder gerne „meinen Montrachet“. Und ja, beim ersten hineinriechen könnte man glatt an einen großen weißen Burgunder der Cote d´Or denken, so dicht und fest mit ausgeprägter Mineralität und viel Feingefühl beim Holzeinsatz zeigt er sich im Glas. Da ist aber auch diese puristische, messerscharfe Präzision, die einen an große Meursault erinnert. Immens dicht mit ganz feiner Cremigkeit, die großen Weißweine auszeichnet, fast wie ein aristokratischer Corton Grand Cru. Dazu schwingt immer ein feiner Feuersteinton in der Nase mit.

Am Gaumen von einer immensen Länge geprägt, enorm vielschichtig, mal Corton, dann wieder salzig-mineralische Noten eines Meursault, zitrisch, puristisch, geradlinig, tiefgründig, verspielt, komplex und viel Druck und Tiefe aufbauend. Gänsehaut pur. Ewige Länge, vibrierend, viel Druck, dann wieder charmant bis leicht cremig. Es gab bisher nur einen Wein, den ich – wie diesen – blind ins Burgund gesteckt hätte: Opus Oskar von Johannes Jülg. Einer der größten deutschen Weißweine, atemberaubend, Champions-League.

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Weingut Ziereisen  (Baden)

Edeltraud & Hanspeter Ziereisen

Edeltraud & Hanspeter Ziereisen

Im äußersten Südwesten Deutschlands, kurz vor der Grenze zu Basel, liegt im beschaulichen Efringen-Kirchen das Weingut des gelernten Schreines Hanspeter Ziereisen. Er gehört ganz ohne Zweifel zu den interessantesten Aufsteigern Badens.

Vor ein paar Jahren noch Geheimtip, ist er heute sicher einer der führenden Betriebe Südbadens. Seine Weißweine aus der heimischen Gutedel-Rebe zeigen exemplarisch, was diese Rebe kann. Authentische Qualität, Trinkfreude, perfekter Essensbegleiter. Kein Wein, der zu den Sternen strebt, nein, er steht fest auf dem Boden der Region, aus der er kommt.

Aus dem seit 1734 im Familienbesitz befindlichen, ehemaligen landwirtschaftlichen Mischbetrieb, zu dem auch wenige Ar Reben gehören, die früher direkt in die örtliche Winzergenossenschaft wanderten, konnte sich der ehemalige “Biertrinker” dank rigoroser Qualität binnen weniger Jahre in die Spitzengruppe deutscher Winzer katapultieren.

20 Hektar bewirtschaftet das Familienunternehmen an Markgräfler Hängen, vier Hektar in der grenznahen Schweiz. Insgesamt 100 000 bis 120 000 Liter Wein entstehen so jährlich für den Verkauf. Ziereisens Reben stehen im Efringer Ölberg, in der sogenannten Basler Bucht. Die kalkhaltigen Böden und das Mikroklima mit 11,4 Grad durchschnittlicher Jahrestemperatur ähneln sehr den Bedingungen im Burgund. Aufwendige Laub- und Stockarbeiten, strenge Ertragsreduzierung und eine genaue Selektion der Trauben schaffen die Voraussetzung für gesundes und hochwertiges Lesegut.

Hat man einmal das Glück, diesen Sympaticus in einer freien Minute zu erwischen, merkt man ihm beim Gespräch über seine Weine die Begeisterung deutlich an. Es sprudelt förmlich nur so aus ihm heraus. Mit dieser ansteckenden Art und seinem ungebrochenen Ehrgeiz hat er sich binnen 10 Jahren in der Spitzengruppe deutscher Winzer etabliert.

Die besondere Liebe von Hanspeter Ziereisen gehört dem Spätburgunder (Pinot Noir). Hier gehört er aus unserer Sicht zu den besten Interpreten Deutschlands. Nur ganz wenige Winzer verstehen es, dieser Traube Finesse, Frucht und ein festes Tanningerüst zu entlocken! Große Sorgfalt im Weinberg, niedrigste Erträge, konsequente Laubarbeit und der perfekte Erntezeitpunkt sind beim Spätburgunder vielleicht noch wichtiger, als bei den meisten anderen Reben, denn diese Rebe kann eine ganz schöne Zicke sein, die absolute Sorgfalt verlangt!

Im Keller gibt Hanspeter den Trauben Zeit. Sehr langsame Vergärung und langer Maischekontakt sind natürlich nur möglich, wenn man beim Lesegut äußerst penibel auf absolute Gesundheit achtet. Dann bekommt man Weine, die diese perfekte Balance aus Eleganz, fast schon Fragilität, Frucht und Kraft zeigen, die so nur der Spätburgunder bietet! Für uns gehören die Spätburgunder von Hanspeter Ziereisen mit zum besten, was man aus Deutschland von dieser Rebe bekommen kann!

Update 2015: Kollektion des Jahres im Gault & Millau

Update 3-16: Wer einmal eine Kellerführung bei Hanspeter mitgemacht hat, der kennt die vielen kleinen Keller, die man unter Efringen durchwandern musste. Das hat jetzt ein Ende, denn sein neuester Coup ist ein 5 Meter unter der Erde liegendes Megaprojekt, ein fast 80m langes, 8m breites und 4m hohes Kellergebäude westlich der L137, das seit kurzer Zeit ausgewölbt ist. Bald ist großes Fassrollen angesagt oder aber die angestrebte Weinpipeline vom neuen Weinkeller ins bestehende Weinlager in der Bahnhofsstraße kann umgesetzt werden.

Der Jahrgang 2016:
Kennzeichnete den Herbst 2016 noch eine extrem späte Lese, so war es in diesem Jahr genau umgekehrt: Am 2. Oktober haben wir die letzten Trauben gelesen. Es war unser frühestes Leseende seit dem Wahnsinnssommer 2003. Und wir hatten Glück in diesem Jahr: Der teils verheerende Frost in der Nachbarschaft hat uns weitgehend verschont. Erstaunt hat uns aber dann doch, wie früh die Trauben nach den vom Wetter her durchwachsenen Vormonaten reif waren. Schon in der zweiten Septemberwoche ging es los mit der Vorlese, die dann nahtlos in die Hauptlese überging. Dabei mussten wir teilweise mächtig Gas geben, denn vor allem die Zuckerwerte der Spätburgunder legten schnell zu. Aber wir haben es geschafft, alle Trauben reif, aber nicht überreif und mit optimalen Öchslegraden in den Keller zu bekommen. Die Lese war ansonsten so entspannt wie eine Lese sein kann und nach gut drei Wochen hatten wir in der Reihenfolge Spätburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Gutedel, Syrah und Weißburgunder im Keller. Der Jahrgang dürfte im Alkohol etwas üppiger ausfallen als 2016, trotzdem werden die Weine wegen der höheren Säureund damit niedrigeren pH-Werte nicht barock daherkommen, sondern kräftigen Körper mit reifer Säure ausbalancieren.

Anschrift des Weingutes:
Weingut Ziereisen, Markgrafenstr. 17, 79588 Efringen-Kirchen

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Ziereisen Jaspis Gutedel 10 hoch 4 Alte Reben unfiltriert

Herkunft

Ziereisen Jaspis Gutedel 10 hoch 4! Wie bitte? 10 hoch 4? Ja, so nennt Hanspeter sein Gutedel-Flagschiff aus der Premium-Linie Jaspis. Was steckt hinter dieser merkwürdigen Bezeichnung? Eine versteckte Botschaft? Nun, es ist ganz einfach. Die Pflanzdichte der Reben der entsprechenden Lage, aus der auch der Gutedel Steingrüble stammt, liegt bei 11.000 Rebstöcken pro Hektar, eben 10 hoch 4. Die Rebstöcke für den 10 hoch 4 sind die ältesten Gutedelstöcke des Weingutes, über 40 Jahre alt und liefern nur noch einen sehr geringen Ertrag. Sie kommen der Vorstellung entgegen, die Hanspeter vom Ur-Gutedel hat. Und das ist kein Hirngespinst, denn das, was heute unter dem Namen Gutedel angeboten wird, ist Einheitsbrei hat nichts mit dem zu tun, was den Gutedel einst auf die Weinkarten berühmter Häuser gebracht hat.

„Früher war Gutedel etwas ganz Besonderes“, erzählte er uns vor ein paar Jahren beim Weingutsbesuch. Uroma Martha, 1909 geboren, im September 2012 103-jährig gestorben, kannte noch die Rebstöcke, die bis zur Flurbereinigung sehr kleine Beeren hervorbrachten. Hanspeter zeigt uns in alten Büchern, das 1872 ein 1802er Gutedel der teuerste Wein auf der Karte war. „Damals lag der Gutedel bis zu einhundert Jahre im Fass!!! “, sagt Ziereisen. Auch alte Weinkarten aus Zeppelinluftschiffen belegen, dass der Gutedel einst ein international hochgeschätzter Wein und entsprechend teuer war, teurer als so mancher Burgunder oder Bordeaux.  Und heute? „Das meiste, was heute in Masse erzeugt wird, ist badischer Einheitsbrei. Und auch er hat diesen Brei eine Zeit lang vinifiziert. Eigentlich wollte er den Gutedel schon rausreißen und sich dem innig geliebten Spätburgunder widmen, aber die gute Seele des Hauses, seine Frau Edel, konnte ihn davon abhalten. Das war die Kehrtwende. Wenn schon weitermachen mit Gutedel, dann aber anders, als der Einheitsbrei. Denn eigentlich hat der eher geschmacklich zurückhaltende Gutedel – ähnlich wie Silvaner und Riesling – beste Voraussetzungen, seinen Boden, auf dem er wächst, perfekt abzubilden. Dafür muss man es aber anders machen und die Rebsorte als Winzer ernst nehmen. Ziereisen nimmt sie ernst. Zuerst reduziert er den Ertrag, mit Maischestandzeit kommt etwas Gerbstoff ins Spiel, es wird ausschließlich spontan vergoren und der Gutedel darf auch gerne ins Holz, teils neu, teils gebrauchte Tonneaux. Er reduziert den Ertrag. Die Maische darf lange stehen und spontan vergären. Der Ausbau findet in neuen und alten Holzfässern statt, bis zu 22 Monate darf er dort liegen. Dann wird der Wein ungefiltert abgezogen. Das alles benötigt vor allem eines: Geduld.

Vinifizierung Ziereisen Jaspis Gutedel 10 hoch 4

Weinmachen beginnt nicht erst mit der Zeit der Ernte. Schon während der Blütezeit sorgt Hans-Peter persönlich für eine wissentlich herbeigeführte Ertragsbeschränkung der Rebstöcke. Mittels eines Laubbläsers ähnlichen Gerätes sorgt er für eine künstliche Verrieselung. Mehr als 15-20 hl/ha Ertrag sind für ihn das Maximum, was er im Fass habe will. Nebeneffekt sind lockere Beeren, die wenig Fäulnisanfällig sind. Nach der Handlese reifer, goldgelber Trauben werden diese traditionell auf einer alten, von Hanspeter persönlich instand gesetzten Korbpresse gepresst, dazu darf die Maische eine kurze Zeit stehen, um danach im traditionellen 650L Tonneaux der fränkischen Büttnerei Assmann mit wilden, weinbergseigenen Hefen vergoren zu werden. Reifen darf der Wein dann über 22 Monate im Fass, die Abfüllung erfolgt unfiltriert.

100 Punkte im Gault & Millau

2015 Gutedel Jaspis 10 hoch 4 Weingut Ziereisen · Baden

2007 war das Weingut im Gault & Millau die die Entdeckung des Jahres, 2015 wurde es mit der “Kollektion des Jahres” ausgezeichnet. Nun steigt Ziereisen als eines von drei Weingütern im aktuellen Gault & Millau in den Rang eines Fünf-Trauben-Gutes auf. Diese höchste Kategorie bedeutet „Weltklasse“ – zu dieser Spitzengruppe zählen aktuell nur 20 Betriebe in Deutschland.

Sieben Weine zeichnet der Gault & Millau 2019 mit der Höchstnote von 100 Punkten aus. Mit dabei ist der Ziereisen Jaspis Gutedel 10 hoch 4.  Die Weine, die wir dieses Jahr mit 100 Punkten würdigen, erzählen mit atemberaubender Präzision, Finesse, Harmonie und Emotion von ihrem einmaligen deutschen Terroir. Sie sind unvergleichlich – und reihen sich genau deshalb gleichberechtigt unter die größten Gewächse der Welt ein.

Memo zur Speise

Kalbsbries in Nussbutter

Memo zur Degustation

Die Nähe zum Burgund ist unverwechselbar, kein Wunder Beaune ist gerade mal 2 Autostunden entfernt, in Hanspeters Vinothek zieren zahlreiche leere Burgunderflaschen der großen Winzer Burgunds die Regale. Hier hat er sich Inspiration gesucht, und dennoch sind das keine Kopien großer weißer Burgunder, sondern ganz nach Hanspeters Handschrift entstandene Weine. Seinen Gutedel hoch vier nennt er immer wieder gerne „meinen Montrachet“. Und ja, beim ersten hineinriechen könnte man glatt an einen großen weißen Burgunder der Cote d´Or denken, so dicht und fest mit ausgeprägter Mineralität und viel Feingefühl beim Holzeinsatz zeigt er sich im Glas. Da ist aber auch diese puristische, messerscharfe Präzision, die einen an große Meursault erinnert. Immens dicht mit ganz feiner Cremigkeit, die großen Weißweine auszeichnet, fast wie ein aristokratischer Corton Grand Cru. Dazu schwingt immer ein feiner Feuersteinton in der Nase mit.
Am Gaumen von einer immensen Länge geprägt, enorm vielschichtig, mal Corton, dann wieder salzig-mineralische Noten eines Meursault, zitrisch, puristisch, geradlinig, tiefgründig, verspielt, komplex und viel Druck und Tiefe aufbauend. Gänsehaut pur. Ewige Länge, vibrierend, viel Druck, dann wieder charmant bis leicht cremig. Es gab bisher nur einen Wein, den ich – wie diesen – blind ins Burgund gesteckt hätte: Opus Oskar von Johannes Jülg. Einer der größten deutschen Weißweine, atemberaubend, Champions-League.

Memo zum Boden

Jurakalk mit Löß

Allgemeine Informationen
Weinart Weißwein
Rebsorte Gutedel
Geschmack trocken
Kategorie Badischer Landwein
Erzeugung konventionell
Verschluss Naturkork
Herkunft
Weingut Ziereisen
Region Baden
Bereich Markgräflerland
Herkunftsland Deutschland
Verbrauch
Weintyp mineralisch, kraftvoll, frisch, trocken
Trinkreife 2018 - 2030
Trinktemperatur 12 Grad
Analysewerte
Alkohol 12,5% Vol.
Restzucker 0,8 g/l
Allergiker-Info enthält Sulfite, kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten
Punktewertungen
K&M Punkte 99 Punkte
Gault Millau 100 Punkte
Weinwisser 18 Punkte
Wein-Plus 94 Punkte

Die Trauben für Ziereisens burgundische Gutedel-Interpretation stammen aus einem Rebberg, der in den 1960er Jahren gepflanzt wurde und auf purem Kalkstein steht. Mittleres Zitronengelb. Komplexes Bouquet mit leicht rauchiger Note, Feuerstein, gerösteten Mandeln, Lindenblütentee, Apfel und Birne. Ist auch am Gaumen vielschichtig mit subtil verwobenen Aromen, eher steinig und kühl im Charakter, hat eine ruhige Art und durch den langen Hefekontakt ein cremiges Mundgefühl, wirkt trotz milder Säure herrlich frisch. Endet lang und mit einer salzigen Mineralität, braucht Zeit und viel Aufmerksamkeit. Hat großes Potenzial! 18/20. (Weinwisser)

Tiefer, fester und komplexer, betörender, rauchiger, nussiger, hefiger und sehr mineralischer Duft mit gelbfruchtigen Noten, etwas Pilzen, kokoswürzigem, hellem Holz und gelb-gewürzigen Anklängen. Sehr fest gewirkte, herb-saftige, wieder ziemlich betörende Frucht mit rauchigen, hefigen, leicht gewürzigen Noten und enormer, salziger Mineralik, auch Feuerstein, lebendige, feine Säure, nachhaltig und griffig am Gaumen, ausgezeichnete Substanz und Tiefe, bleibt gleichwohl kühl und elegant, noch wenig entwickelt, hat dabei schon innere Ruhe und erstaunliche Kraft für den niedrigen Alkohol, florale Nuancen im Hintergrund, angedeutet Jod, ziemlich komplex, sehr guter bis langer, straffer, zupackender Abgang. Meisterlich. Trinkempfehlung: 2020-2032+ (25.03.2018)