Ziereisen Jaspis Pinot Noir unfiltriert

2015

Ziereisen Jaspis Pinot Noir unfiltriert

Ziereisen, Deutschland, 0.75l

45,00

Grundpreis: 60,00/l

Lieferzeit: sofort lieferbar

Hanspeter assoziiert seine Weine ja immer sehr gerne mit burgundischen Appellationen ohne diesen Typus Wein kopieren zu wollen. Und auch dieser Pinot ist auch immer noch als deutscher Pinot erkennbar. Feine Frucht, vornehmlich reife Kirschen, prägen das Geschmacksbild in der Nase als auch auf der Zunge, aber da ist noch deutlich mehr zu erschnuppern: heller Tabak zum Beispiel und Salz, wiederum eine feine, unaufdringliche Frucht, das alles passt wunderbar zusammen und erinnert uns, die wir oft im Burgund unterwegs sind, an hochklassige Gevrey. Auf der Zunge mit immens feiner, zart-cremiger Textur, spürbares aber feines Tannin, sehr geschliffen, salzige Mineralität, gezügelte Kraft, immens druckvoll, unendlich langer Nachhall. Großes deutsches Pinot-Kino.

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Weingut Ziereisen  (Baden)

Edeltraud & Hanspeter Ziereisen

Edeltraud & Hanspeter Ziereisen

Im äußersten Südwesten Deutschlands, kurz vor der Grenze zu Basel, liegt im beschaulichen Efringen-Kirchen das Weingut des gelernten Schreines Hanspeter Ziereisen. Er gehört ganz ohne Zweifel zu den interessantesten Aufsteigern Badens.

Vor ein paar Jahren noch Geheimtip, ist er heute sicher einer der führenden Betriebe Südbadens. Seine Weißweine aus der heimischen Gutedel-Rebe zeigen exemplarisch, was diese Rebe kann. Authentische Qualität, Trinkfreude, perfekter Essensbegleiter. Kein Wein, der zu den Sternen strebt, nein, er steht fest auf dem Boden der Region, aus der er kommt.

Aus dem seit 1734 im Familienbesitz befindlichen, ehemaligen landwirtschaftlichen Mischbetrieb, zu dem auch wenige Ar Reben gehören, die früher direkt in die örtliche Winzergenossenschaft wanderten, konnte sich der ehemalige “Biertrinker” dank rigoroser Qualität binnen weniger Jahre in die Spitzengruppe deutscher Winzer katapultieren.

20 Hektar bewirtschaftet das Familienunternehmen an Markgräfler Hängen, vier Hektar in der grenznahen Schweiz. Insgesamt 100 000 bis 120 000 Liter Wein entstehen so jährlich für den Verkauf. Ziereisens Reben stehen im Efringer Ölberg, in der sogenannten Basler Bucht. Die kalkhaltigen Böden und das Mikroklima mit 11,4 Grad durchschnittlicher Jahrestemperatur ähneln sehr den Bedingungen im Burgund. Aufwendige Laub- und Stockarbeiten, strenge Ertragsreduzierung und eine genaue Selektion der Trauben schaffen die Voraussetzung für gesundes und hochwertiges Lesegut.

Hat man einmal das Glück, diesen Sympaticus in einer freien Minute zu erwischen, merkt man ihm beim Gespräch über seine Weine die Begeisterung deutlich an. Es sprudelt förmlich nur so aus ihm heraus. Mit dieser ansteckenden Art und seinem ungebrochenen Ehrgeiz hat er sich binnen 10 Jahren in der Spitzengruppe deutscher Winzer etabliert.

Die besondere Liebe von Hanspeter Ziereisen gehört dem Spätburgunder (Pinot Noir). Hier gehört er aus unserer Sicht zu den besten Interpreten Deutschlands. Nur ganz wenige Winzer verstehen es, dieser Traube Finesse, Frucht und ein festes Tanningerüst zu entlocken! Große Sorgfalt im Weinberg, niedrigste Erträge, konsequente Laubarbeit und der perfekte Erntezeitpunkt sind beim Spätburgunder vielleicht noch wichtiger, als bei den meisten anderen Reben, denn diese Rebe kann eine ganz schöne Zicke sein, die absolute Sorgfalt verlangt!

Im Keller gibt Hanspeter den Trauben Zeit. Sehr langsame Vergärung und langer Maischekontakt sind natürlich nur möglich, wenn man beim Lesegut äußerst penibel auf absolute Gesundheit achtet. Dann bekommt man Weine, die diese perfekte Balance aus Eleganz, fast schon Fragilität, Frucht und Kraft zeigen, die so nur der Spätburgunder bietet! Für uns gehören die Spätburgunder von Hanspeter Ziereisen mit zum besten, was man aus Deutschland von dieser Rebe bekommen kann!

Update 2015: Kollektion des Jahres im Gault & Millau

Update 3-16: Wer einmal eine Kellerführung bei Hanspeter mitgemacht hat, der kennt die vielen kleinen Keller, die man unter Efringen durchwandern musste. Das hat jetzt ein Ende, denn sein neuester Coup ist ein 5 Meter unter der Erde liegendes Megaprojekt, ein fast 80m langes, 8m breites und 4m hohes Kellergebäude westlich der L137, das seit kurzer Zeit ausgewölbt ist. Bald ist großes Fassrollen angesagt oder aber die angestrebte Weinpipeline vom neuen Weinkeller ins bestehende Weinlager in der Bahnhofsstraße kann umgesetzt werden.

Der Jahrgang 2016:
Kennzeichnete den Herbst 2016 noch eine extrem späte Lese, so war es in diesem Jahr genau umgekehrt: Am 2. Oktober haben wir die letzten Trauben gelesen. Es war unser frühestes Leseende seit dem Wahnsinnssommer 2003. Und wir hatten Glück in diesem Jahr: Der teils verheerende Frost in der Nachbarschaft hat uns weitgehend verschont. Erstaunt hat uns aber dann doch, wie früh die Trauben nach den vom Wetter her durchwachsenen Vormonaten reif waren. Schon in der zweiten Septemberwoche ging es los mit der Vorlese, die dann nahtlos in die Hauptlese überging. Dabei mussten wir teilweise mächtig Gas geben, denn vor allem die Zuckerwerte der Spätburgunder legten schnell zu. Aber wir haben es geschafft, alle Trauben reif, aber nicht überreif und mit optimalen Öchslegraden in den Keller zu bekommen. Die Lese war ansonsten so entspannt wie eine Lese sein kann und nach gut drei Wochen hatten wir in der Reihenfolge Spätburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Gutedel, Syrah und Weißburgunder im Keller. Der Jahrgang dürfte im Alkohol etwas üppiger ausfallen als 2016, trotzdem werden die Weine wegen der höheren Säureund damit niedrigeren pH-Werte nicht barock daherkommen, sondern kräftigen Körper mit reifer Säure ausbalancieren.

Anschrift des Weingutes:
Weingut Ziereisen, Markgrafenstr. 17, 79588 Efringen-Kirchen

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Ziereisen Jaspis Pinot Noir unfiltriert

Herkunft

Die Spätburgunder Trauben für den Ziereisen Jaspis Pinot Noir unfiltriert stammen aus der besten Parzelle der aus purem Kalkstein bestehenden Lage Efringer Ölberg. Die Reben wurden von 1958 bis 1964 gepflanzt. Dank der durchschnittlichen Jahresmittel-Temperaturen von 11 Grad können in der sogenannten “Baseler Bucht”, in der die gleichen mikroklimatischen Bedingungen wie im Burgund herrschen und die stark kalkhaltigen Böden jenen des Burgundes entsprechen, die gleichen Spätburgunder-Klone wie dort angepflanzt werden.
Hanspeter Ziereisen: “Große Weine entstehen am Stock. Deshalb behandeln wir unsere Reben mit größtem Respekt und höchster Aufmerksamkeit. Handarbeit ist bei uns nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Aufwändige Laub- und Stockarbeiten, strenge Ertragsreduzierung, sowie eine konsequente Selektion der Trauben während der Lese schaffen optimale Voraussetzungen für gesundes und hochwertiges Lesegut. Übrigens: Die Eigenschaften und Qualitäten alter Reben schätzen wir sehr. Deshalb dürfen sie bei uns länger als 30 Jahre stehen bleiben.

Qualität entsteht primär im Rebberg

Im Keller tun wir nur das Nötigste, den Rest besorgen Ruhe und Zeit. Nach unserer Philosophie sollen unsere Weine ihre Herkunft möglichst unverfälscht widerspiegeln. Deshalb gehen wir so schonend wie möglich mit unseren Weinen um, verzichten auf chemische Behandlungen, Schönungen und Filtration. Im Weinberg arbeiten wir nach alter Väter Sitte – per Hand. Stromlinienförmigkeit ist uns ein Gräuel. Aber obwohl unsere Weine jedes Jahr anders und sehr individuell schmecken, tragen sie doch unverkennbar unsere Handschrift. Ziereisen eben.

Unsere Trauben werden im Keller noch einmal selektioniert und spontan vergoren. Nach einer Maische-Standzeit von sechs bis acht Wochen pressen wir die Weine ab. Anschließend reifen die leichten, fruchtigen Rotweine in großen Holzfässern. Die kräftigen Burgunderweine aus den besten Lagen “Schulen” und vor allem “Rhini” reifen in “Barriques” bei moderatem Einsatz von neuem Holz. Im Keller verfolgen wir die Philosophie des “kontrollierten Nichtstuns”: Nach langem Hefelager (bis zu 20 Monaten) füllen wir die Rotweine ohne Filtration ab. Die Weißen – Gutedel sowie Burgunder – lagern wir in mehreren Jahrhunderte alten Holzfässern direkt im uralten Weinkeller unter unserem Wohnhaus. Dieser Keller gehört zu den schönsten und besterhaltenen im Markgräflerland. Auch den Weißen spendieren wir einen langen Hefekontakt und regelmäßige Bâtonnage (aufrühren der Hefe). Unsere besten Weißen füllen wir ebenfalls unfiltriert auf die Flasche.

Ausbau Ziereisen Jaspis Pinot Noir unfiltriert

Sortiert von Hand gelesene Spätburgunder-Trauben sind die Grundlage für diesen Wein. Nach einer 5-wöchigen Maischestandzeit wurde abgepresst. Nach 20 Monaten der Reife in 20% neuen und 80% gebrauchten 225l Aßmann Holzfässern wurde ohne Filtration abgefüllt.

Kulturbeitrag des Inforadio rbb

Memo zur Degustation

Hanspeter assoziiert seine Weine ja immer sehr gerne mit burgundischen Appellationen ohne diesen Typus Wein kopieren zu wollen. Und auch dieser Pinot ist auch immer noch als deutscher Pinot erkennbar. Feine Frucht, vornehmlich reife Kirschen, prägen das Geschmacksbild in der Nase als auch auf der Zunge, aber da ist noch deutlich mehr zu erschnuppern: heller Tabak zum Beispiel und Salz, wiederum eine feine, unaufdringliche Frucht, das alles passt wunderbar zusammen und erinnert uns an hochklassige Gevrey. Auf der Zunge mit immens feiner, zart-cremiger Textur, spürbares aber feines Tannin, sehr geschliffen, salzige Mineralität, gezügelte Kraft, immens druckvoll, unendlich langer Nachhall. Großes deutsches Pinot-Kino.

Memo zum Boden

Kalkstein

Allgemeine Informationen
Weinart Rotwein
Rebsorte Pinot Noir (Spätburgunder)
Geschmack trocken
Kategorie Badischer Landwein
Erzeugung konventionell
Verschluss Naturkork
Herkunft
Weingut Ziereisen
Region Baden
Bereich Markgräflerland
Herkunftsland Deutschland
Verbrauch
Weintyp kraftvoll, komplex, elegant, trocken
Trinkreife 2019 - 2026
Trinktemperatur 16 Grad
Analysewerte
Alkohol 12,5% Vol.
Allergiker-Info enthält Sulfite, kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten
Punktewertungen
K&M Punkte 91 Punkte
Wein-Plus 91 Punkte
Falstaff 95 Punkte

Beschreibung: Fester, noch eher unentwickelter Duft nach gemischten Beeren und Kirschen mit tabakigen Holznoten, etwas Pfeffer, Trockenkräutern und deutlicher Mineralik. Ziemlich fest gewirkte, eher kühle, saftige und geschliffene Frucht mit kräuterigen und leicht pfeffrigen Aromen, nachhaltig und griffig am Gaumen, reifes, noch leicht sandiges Tannin, gute Tiefe, ein Hauch Lakritz und Kakao im Hintergrund, etwas Granatapfel, sehr guter, herb-saftiger, straffer Abgang. Muss noch reifen. Trinkempfehlung: 2019-2025+ (10. März 2018)

Hefe und Wildkirsche, noch verschlossen. Am Gaumen ist ein weit gefasster Körper bis zum Rand pickepacke mit feinkörnigem Tannin ausgefüllt. Dennoch bleibt der Wein entspannt, mit fruchtiger Wärme, und ohne jede Adstringenz. Große Länge, mineralische Tiefe. (Falstaff)