Riesling trocken
Herkunft
Nicht immer waren Weine von der Saar so nachgefragt wie aktuell. Denn” dank” des Klimawandels reifen die Trauben für die Saar-Rieslinge im Gegensatz zu früher nun vollends aus. Bis in die 1980er Jahre gelang dies nur bei jeder dritten Ernte. Schwache Ernten verzeichnet heute kaum noch ein Winzer. Hinter den Weingut Stefan Müller stecken Johanna Lapinski (Sommelière) und Stefan Müller (Winzer). Ihre Idee war und ist es, die Typizität des Saar-Rieslings widerzuspiegeln und unsere beiden Weingeschmäcker unter einem Schraubverschluss zu verschließen.
Dieser preislich so famose trockene Einstiegsriesling ist Stefan und Johanna wieder bestens gelungen. Jahr für Jahr gehört er zu den Preis-Leistungs-Schnäppchen der gesamten Saar-Region. Hier bekommt der Weinfreund einfach viel Wein für kleines Geld. Der Guts-Riesling stammt von jungen Rebstöcken aus dem Krettnacher Euchariusberg und betört uns mit Frucht, Frische, Kühle und Lebendigkeit.
Renaissance des Saar-Rieslings
Wenn man die letzten 15 Jahre zurück blickt, kommt man bei der Renaissance des Saar-Rieslings nicht um den Namen van Volxem herum. Roman Niewodniczanski war es, der dieser Region wieder Leben einhauchte, von hier kamen früher die renommiertesten Weine der Welt, auch preislich am oberen Ende vor Bordeaux und Burgund. Ganz wenige Ausnahme-Winzer wie z.B. Egon Müller vom Scharzhof hielten und halten die Fahne im Wind. In den letzten Jahren erfuhr das Gebiet zusätzlich eine weitere Aufwertung durch den Einstieg von z.B. Günter Jauch beim Weingut von Othegraven in Kanzem.
Die 1980 gepflanzten Rebstöcke für diesen Wein stammen aus den westlich bis südwestlich ausgerichteten Parzellen Helmut, Gretes und Conny des Krettnacher Euchariusberg. Grauschiefer spielt hier die erste Geige im Boden.
Jahrgang 2025- ein Jahrgang mit Frucht, Frische, Kühle und Lebendigkeit
Die Vegetation verlief sehr gut, kein Frost und nur an Pfingsten etwas Hagel im Euchariusberg. Das Frühjahr war tendenziell zu trocken, was aber den Vorteil brachte, dass der ökologische Pflanzenschutz mit weniger Aufwand und Druck umzusetzen war und der Traubenansatz aufgrund des schwächeren Wachstums etwas geringer ausfiel. Hier passen sich die Reben sehr gut an und nehmen sich nur so viel vor, wie sie tragen können.
Anfang Juni dann die Blüte (langjähriges Mittel 25.6.) und ab da wurde es etwas wechselhafter und teilweise auch kühler. Die Blütezeit verlief über gute zwei Wochen. Das ist aber ganz normal, wenn man die Vielfalt und geographischen Gegebenheiten der einzelnen Lagen betrachtet. Erstmalig haben wir gezielt mit dem Einsatz eines Druckluftentlaubers die Blüte verrieselt. Hierbei werden starke und feine Druckluftstöße durch die Traubenzone geschossen. Dabei zerstört man die unter den frisch abgeworfenen Blütenkäppchen liegenden, männlichen Pollenschläuche und verhindert damit die Befruchtung. Somit erhält man später eine lockere Traubenstruktur und reduziert den Ertrag. Äußerliche Faktoren wie Regen oder starker Wind
bezwecken das gleiche nur unkontrollierter. Der größte Nebeneffekt besteht darin, dass gleichzeitig die Blütenreste entfernt werden und später die Ansiedlung des Botrytispilzes deutlich reduziert wird, vor allem im Traubeninnern (dieser entwickelt sich auf totem Gewebe der Blütenreste besonders gut).
Der Effekt war bisher mit keiner anderen Tätigkeit, ob von Hand oder maschinell erreichbar und brachte für uns enorme Vorteile in der Traubengesundheit. Betonen wollen wir aber, dass wir die Einstellung so durchführen, dass keine Entblätterung erfolgt. Hier eignet sich der Riesling wegen des harten Laubs besonders gut, während bei der gleichen Einstellung Burgundersorten schon recht stark entlaubt werden.
Der August war dann für die Entwicklung der Trauben sehr gut. Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,9°C war es etwas kühler als sonst. Irgendwann kommt dann immer auch der Regen. Letztes Jahr im September, mit 181 mm Niederschlag definitiv der Rekord in unseren Aufzeichnungen. Glücklicherweise fiel diese Menge an wenigen Tagen und somit gab es genügend trockene Tage zum Ernten. Rückwirkend betrachtet, bescherte uns dieser Verlauf etwas Kühle, was sich sehr positiv auf die Aromaentwicklung auswirkte und für eine gute Mineralstoffeinlagerung sorgte.
Am 10.9. begann die Ernte (dies bestätigt auch wieder die 100 Tage Regel ab der Blüte), am 30.9. war sie mit 4 Tagen Regenpause schon wieder beendet. Dank des neueingerichteten Kelterhaus im Neubau konnten wir endlich unseren Traum umsetzen und mit zwei Pressen arbeiten. Es ermöglichte uns eine enorme Flexibilität und Schlagkraft. Mit der damals eingelegten unterirdischen Verbindungsleitung läuft der Most dann über ein konstantes Gefälle ohne Pumpe in den alten Keller
Vinifikation Stefan Müller Saar Riesling trocken
Die Trauben für den trockenen Einstiegsriesling stammen alle aus der westlich ausgerichteten Grauschiefer-Parzelle Kommlinger aus dem Krettnacher Euchariusberg. Ernte von Hand am 25.09.2025. Strenge und ausschließliche Selektion im Weinberg, gemahlen und sanft gepresst. Spontangärung bis Ende Dezember, Vollhefelager und Füllung am 09.03.2026.
Memo zur Speise
Leichte Küche, vegetarische Gemüsegerichte, Meeresfrüchte.
Memo zur Degustation
Der Guts-Riesling von Johanna und Stefan gehört Jahr für Jahr zu den Schnäppchen der gesamten Saar. Auch dieser Jahrgang brilliert mit Frische, saftiger Frucht, Kühle und zeigt sich äußerst lebendig. Eine erfrischende Zitrusbrise strömt einem entgegen. Helle Blüten, grüne Birne, etwas Litschi und feine Kiwi Noten runden dieses Geschmacksbild ab. Ein zart-cremiger Gute-Launemacher mit Trinkfluss, schiefer-würzig, knackig, frisch und trocken ausgebaut mit einem feinem Mineralikband. Trinkspaß vom Feinsten.
Memo zum Boden
Grauschiefer aus dem Krettnacher Euchariusberg


