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Silvaner Sonnenberg »Gelbkalk« VDP.ERSTE LAGE (DE-ÖKO-039)

2023

Silvaner Sonnenberg »Gelbkalk« VDP.ERSTE LAGE (DE-ÖKO-039)

Zehnthof Luckert, Deutschland, 0.75l

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Zeigt sich von allen Weinen der Luckerts immer als der offenste in der Jugend aus. Leuchtende strohgelbe Farbe. Bezaubernde, sehr feine, elegante Fruchtfülle in der Nase. Zeigt mit seinen Aromen nach Apfel und Limone aromatisch Parallelen zum Sulzfelder Silvaner. Am Gaumen jedoch mit deutlich mehr Druck ausgestattet, zeigt viel Muskelkraft ohne Schwere, herbe Frucht, Tonic-Water, tolle Länge, dann im Abgang wieder etwas mehr Frucht, gelber Apfel und ganz am Schluss endet er ungemein elegant, salzig, mineralisch, würzig, aber trotzdem charmant. Ein traumhaft schöner Silvaner. Mineralität pur!

 

 

 

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Silvaner Sonnenberg »Gelbkalk« VDP.ERSTE LAGE (DE-ÖKO-039)

Herkunft

Die Weinbergslage Sulzfelder Sonnenberg ist ein westlich von Sulzfeld gelegener Hang, von dem wir einen spektakulären Blick ins Maintal genießen. Hier wachsen auf gelben Muschelkalkuntergrund mit Keuperauflage die 43-51-jährigen Reben für unseren Zehnthof Luckert Silvaner » Gelbkalk « Sonnenberg trocken. In der uralten Gewanne „Creutz” besitzen wir einen Silvanerweinberg aus den 1870er Jahren, den wir in umfangreichen Rekultivierungsmaßnahmen gerettet haben.

Die Rebstöcke des Luckert Silvaner Franken Sonnenberg Gelbkalk EL 2023 (EL steht für Erste Lage, wie GG für Großes Gewächs) wurzeln auf Gelbkalk, eine Ausnahme vom weißem Trias-Kalkstein, der in Mittelfranken vorherrscht. Und ja, das schmeckt man diesem Wein auch an, der mit Steinobst und reifsten Zitronenaromen begeistert und immer etwas dunkelwürziger daherkommt. Aber wie Sie in den Verkostungsnotizen unten lesen können, hat die Familie Luckert eine sehr hohe Trefferquote. Alle ihre Weine stammen aus ökologisch bewirtschafteten Weinbergen und werden wild vergoren.

Der Jahrgang 2023

Inmitten der extremen Wetterbedingungen im Weinjahr 2023 haben die Winzerinnen und Winzer erfolgreich gesunde Trauben geerntet. Diese wurde durch eine strenge Vorselektion in den Weinbergen gesichert und es konnten einige Spitzenweine produziert werden. Besonders der Riesling und Silvaner, aber auch die neuen pilzresistenten Rebsorten haben sich als Gewinner des Jahrgangs herausgestellt. Die ersten Jungweine des Weinjahrgangs 2023 beeindrucken mit ihrem fruchtigen und schlanken Charakter. Die feine Fruchtsäure verleiht den Weinen eine angenehme Frische und sorgt für ein harmonisches Geschmackserlebnis. Der Jahrgang verspricht Genuss auf höchstem Niveau. Was uns aber zusätzlich immer bei den Weinen der Luckerts auffällt, ist die Gelassenheit, diese innere Ruhe, die die Weine ausstrahlen, wie z.B. Ende April 2024 während der Verkostung auf der VDP.Weinbörse. Und dennoch machen die Weine schon in diesem frühen Stadium enorm viel Spaß.

Vinifizierung Luckert Silvaner Gelbkalk 1. Lage trocken

Bereits seit dem Jahr 2009 bewirtschaftet die Familie Luckert den Weinberg in Sulzfeld ausschließlich ökologisch und im Einklang mit der Natur. Selektive Handlese ausschließlich perfekt gereifter und gesunder Trauben im Weinberg. Hier entscheidet sich die Qualität, die wir später im Glase wiederfinden. Im Keller wird bei der Weinbereitung sehr defensiv gearbeitet. Das heißt, das nur das Nötigste gemacht wird. Es gilt die Maxime, die Qualität der Trauben 1:1 ins Glas zu transportieren. Wie immer wird hier von Hand gelesen, eine etwas längere Maischestandzeit gewährt und spontan vergoren. Ausgebaut werden Luckerts Weine im klassischen Doppelstückfass (2400 Liter) aus fränkischer Eiche.

Sebastian Bordthäuser, freischaffender Sommelier, in Effilee 49 Sommer 2019 über den Jahrgangsvorgänger

Fernab jeglicher Trends lohnt ein Blick nach Franken, dem 2017 und 2018 zwei Ausnahmejahrgänge in Folge beschert waren. In Sulzfeld produzieren Luckerts mit die feinsten Silvaner des Landes, gewachsen auf Muschelkalk und gefüllt in braune Tarnflaschen mit dem unverkennbaren gelben Schrauber. Es empfiehlt sich, Gelbkalk in großen Mengen zu kaufen und zu trinken. Er führt den Silvaner an seine Grenzen, ohne ihn dabei zu verbiegen. Und er zeigt, wozu die Rebsorte in der Lage ist. Die Nase skizziert ihn klar als sortentypischen Vertreter seiner Gattung, am Gaumen gibt es dann Rambazamba.

Geschliffen scharf mit einem Säurezug, den man ihm kaum zugetraut hätte, wird im 5. Gang gestartet, der Blinker konsequent links gesetzt. Fränkisch trocken, das heißt leptosom, ohne Fruchtspeck auf der Hüfte, ist er gertenschlank, ohne jeglichen Zierrat. Mit mundwässerndem Extrakt und explosiver Mineralität drehen bereits beim ersten Schluck die Speicheldrüsen durch und lassen hemmungslos nachschenken. Von der Haptik erinnert er an experimentelle Chenin Blancs von der Loire. Spontan vergoren im großen Holzfass liegt die Magie des Weins in der Zeit, die ihm gegeben wird, zu dem zu werden, was er ist. Das ist bei Luckerts immer gut, meistens sehr gut.

Memo zur Degustation

Zeigt sich von allen Weinen der Luckerts immer als der offenste in der Jugend aus. Leuchtende strohgelbe Farbe. Bezaubernde, sehr feine, elegante Fruchtfülle in der Nase. Zeigt mit seinen Aromen nach Apfel und Limone aromatisch Parallelen zum Sulzfelder Silvaner. Am Gaumen jedoch mit deutlich mehr Druck ausgestattet, zeigt viel Muskelkraft ohne Schwere, herbe Frucht, Tonic-Water, tolle Länge, dann im Abgang wieder etwas mehr Frucht, gelber Apfel und ganz am Schluss endet er ungemein elegant, salzig, mineralisch, würzig, aber trotzdem charmant. Ein traumhaft schöner Silvaner. Mineralität pur!

Memo zum Boden

Oberer Muschelkalk mit Gelbkalkriffen, ein karger Boden, der keine Fehler verzeiht und die Weine komplex und rassig werden lässt.

Zehnthof Luckert | Franken | Maindreieck

17 ha Rebfläche | Produktion ca. 90.000 Flaschen | 50% der Rebfläche mit Silvaner auf Muschelkalk bestockt | Erstkontakt 2012 | seit April 2018 bei K&M im Sortiment.

Zehnthof Luckert

Zehnthof Luckert (Foto Andreas Durst)

Als der Vater von Ulrich (Ulli) und Wolfgang Luckert den Zehnthof Luckert mitten im historischen Ortskern von Sulzfeld 1979 kaufte, war noch nicht abzusehen, dass hier einmal einer der Topbetriebe Frankens ansässig sein wird. Vielleicht hätte er dann damals schon einen Neubau außerhalb vorgezogen.

Mit dem frühen Tod des Vaters 1993 lag die Verantwortung für das Weingut schon früh bei den beiden Brüdern. Ulli und Wolfgang gingen konsequent ihren Weg an die Spitze der fränkischen Winzer.

Bio-LOGISCH!

Der Schritt zum Bioanbau war für die beiden irgendwann einfach logisch. Man hatte auch vorher schon weitestgehend auf Insektizide und Kunstdünger verzichtet. Der Boden ist für die beiden Winzer des Zehnthof Luckert der Mittelpunkt, den wollen sie erhalten und wenn nötig auch verbessern. Dafür ist es essentiell, so wenig Gift wie möglich in die Natur einzubringen. Auch mit dem im Bioanbau erlaubten und notwendigen Kupfer als Pflanzenschutz wird hier sehr zurückhaltend umgegangen. Selbst in wirklich schwierigen, weil feuchten Jahren wie 2016, kam man hier mit weniger als zwei Drittel der erlaubten Höchstmenge von 3kg/ha aus. Im konventionellen Weinbau sind neben den agrarchemischen Mitteln noch zusätzlich 6kg/ha Kupfer erlaubt.

Im Weinberg wird sich gekümmert!

“Um die Reben und Trauben gesund zu erhalten, ist ein wichtiger Grundpfeiler, dass man sich um die Pflanzen kümmert”, so Wolfgang Luckert. Deshalb sind sowohl er als auch sein Bruder so oft wie möglich im Weinberg. Zwischensaaten nehmen Nährstoffe aus der Luft auf, wenn diese dann in den Boden eingearbeitet werden, dann ist das der beste Dünger. Es gibt Pflanzen, die den Kupfer aus dem Boden aufnehmen, so dass er sich eben nicht anreichert, wenn er als Pflanzenschutz ausgebracht wird.

Das Laubmanagement ist wichtig, damit die Trauben möglichst lange gesund bleiben, die Traubenzone wird so weit möglich entblättert. Zusammen mit dem Wind im Maintal sorgt dies für ein schnelles Abtrocknen der Beeren und verhindert Fäulnis.

Biodynamik – dafür sind wir vielleicht nicht sensibel genug.

Auf meine Frage, ob nun der nächste Schritt nach dem Bioanbau der aktuell so gehypte biodynamische Anbau wäre, meinte Wolfgang Luckert nur mit einem schelmischen Lächeln: “dafür sind wir vielleicht nicht sensibel genug”.

Alle seine Informationen konnten keinen echten positiven Einfluss der biodynamischen Präparate nachweisen und da sei er doch lieber auf der sicheren Seite der Wissenschaft, als auf der esoterischen Seite der Biodynamie. Außerdem ärgern ihn Kollegen, die gestern noch rein konventionell gearbeitet haben, dann einmal Hornkieselpräparat ausbringen und sich sofort “biodynamisch” nennen.

Für die Brüder vom Zehnthof Luckert ist der gute, seriöse und zertifizierte Bioanbau aufwendig und essentiell genug. Zudem bietet auch nur der zertifizierte Anbau einen echten Schutz für den Verbraucher. Uns gefällt dieser bodenständige und unaufgeregte Ansatz der beiden Brüder: erdig, fränkisch, mit Anspruch an die Qualität des Produkts, aber ohne Hokus-Pokus.

Eine Lage hat noch keinen Winzer groß gemacht, ein Winzer kann aber eine Lage groß machen

Sulzfeld war vor den Luckerts vielleicht für sein pittoreskes Ortsbild mit der erhaltenen Stadtmauer und den Türmen und der “Meterbratwurst” bekannt. Nicht aber als Weinort, auch wenn der Weinbau dort schon seit Jahrhunderten urkundlich bezeugt ist.

Der Sonnenberg, nach 1971 (neues Weingesetz) die einzige Lage im Ort (die alten Parzellen wurden alle der einen Lage zugeteilt), war nicht sonderlich berühmt.

Meine Frage ob man nicht auch einmal ein Auge auf die berühmten Lagen in Escherndorf oder Iphofen geworfen hätte, beantwortete Wolfgang Luckert dann so: „das war tatsächlich mal ein Thema, man hat sich dann aber doch lieber auf den eigenen Hausberg konzentriert und das Lagenportfolio rund um Sulzfeld ausgebaut.

Es gibt auch immer noch ein paar Rebfelder mit altem Rebbestand auf die man ein Auge geworfen hat und die man in den nächsten Jahren eventuell erwerben kann”. Trotzdem ist man mit aktuell 17ha zufrieden und will auch nicht mehr wachsen, da man sich eben hauptsächlich als Weinbauern im Weinberg und Keller sieht und weniger als reiner Repräsentant des Weinguts.

Wolfgang Luckert meinte zudem, dass der Sonnenberg insgesamt sicher nicht die Qualität eines Escherndorfer Lump hat. Es gibt aber durchaus Filetstücke darin, die mit den besten Parzellen des Lump mithalten können. Die meisten gehören heute ihnen. Insofern ist man sehr zufrieden mit den eigenen Lagen und auch in der Lage, dort herausragende Weine zu machen. Das schmeckt man Jahr für Jahr in den Weinen der Luckerts. Mit jedem neuen Jahrgang wird so auch der Sulzfelder Sonnenberg durch die Weine von Ulrich und Wolfgang Luckert berühmter.

Ernte 2021

Ende September haben wir in fast allen unseren Weinbergen Traubenproben genommen und die Reife gecheckt. Auch wenn die Zuckergehalte dieses Jahr (noch) etwas niedriger liegen haben die Beeren eine super Aromatik und eine reife Säure. Wenn das Wetter soweit mitspielt, wollen wir den Trauben noch etwas Reifezeit am Stock gönnen und Ende nächster Woche mit der Lese beginnen.

Es ist geschafft! Ende Oktober 2021 haben auch wir nach einem turbulenten Jahr die Weinlese abgeschlossen. Wir konnten mit unserem grandiosen Team einen kleinen, aber super aromatischen Jahrgang in den Keller holen. Die letzten Sonnentage im Oktober haben wir voll ausgenutzt, um den Trauben die maximale Zeit zum Reifen zu geben. Der Jahrgang 2021 begeistert durch seine präzise und klare Art. Die Weine bestechen durch eine feine Frucht und Würze, hinterlegt von einer überaus eleganten Säure und einer grandiosen Struktur.

Anschrift des Weingutes:

Zehnthof Theo Luckert – Inh. Wolfgang und Ulrich Luckert | Kettengasse 3-5 | 97320 Sulzfeld am Main

Alle Weine dieses Winzers >>
Allgemeine Informationen
Weinart Weißwein
Rebsorte Silvaner
Geschmack trocken
Leitrebe Silvaner
Kategorie Qualitätswein
Erzeugung ökologisch
Verschluss Drehverschluß
Herkunft
Weingut Zehnthof Luckert
Region Franken
Bereich Maindreieck
Lage Sulzfeld Sonnenberg 1.Lage
Herkunftsland Deutschland
Verbrauch
Weintyp mittelkräftig, frisch, trocken
Trinkreife 2024 - 2032
Trinktemperatur 10 Grad
Analysewerte
Alkohol 13,5% Vol.
Restzucker 0,8 g/l
Allergiker-Info enthält Sulfite, kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten
Säure 5,2%
Punktewertungen
K&M Punkte 92 Punkte
Jamessuckling.com (S.Pigott) 96 Punkte
Wein-Plus 89 Punkte

Relativ kühler, fester, etwas mandeliger und vegetabiler bis kräuteriger Duft mit verhaltenen gelbfruchtigen Aromen sowie an feines Wurzelgemüse und helle Blüten erinnernden Nuancen. Geschliffene, saftige, noch leicht hefige Frucht mit einer Spur dunkler Beeren, lebendige Säure, hat etwas Griff, gute Nachhaltigkeit, gewisse Tiefe, im Hintergrund Muschelschalen und Wiesenkräuter, salzige Mineralik, angedeutet Fenchel, Ingwer und Radieschen, sehr guter Abgang mit kühler pflanzlicher Würze. Trinkempfehlung: 2025-2028+. Zuletzt bewertet: 4. Juni 2024. (Wein-Plus)