Spätburgunder »Sonnenberg KT« VDP.Große Lage

2020

Spätburgunder »Sonnenberg KT« VDP.Große Lage

Jülg, Deutschland, 0.75l

41,00

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Produkt enthält: 0,75 l

Grundpreis: 54,67/l

In der Nase herrschen schöne Kirsche, Würze, Kiefer und feines Holz vor. Im Mund zeigt er Kraft, viel feine Struktur und wunderbare Tannine. Auch eine gewisse Erdigkeit. Ein Wein, der immer wieder fasziniert. ist mit dem Jahrgang 2020 erstmals als Großes Gewächs klassifiziert. Die Trauben stehen zu 100% auf französischer Gemarkung (ein Grenzstein trennt den Weinberg in einen deutschen und französischen Teil.) Betörender Duft von kleinen roten Beeren, etwas Kirsche, dunkle Johannisbeeren, dezent florale Noten, Blüten und einen Hauch von dunkler Schokolade. Feine Frucht meets leichte Röstung. Holz und Frucht sind verwoben, die Frucht ist frisch und saftig und sehr natürlich zurückhaltend, nie überzeichnet. Dennoch ist der KT etwas kräftiger, puristischer und konzentrierter als sein Pendant aus dem Wormberg (=WB). Aber immer wunderbar elegant, forsch und mit viel Saftigkeit ausgestattet. Die Tannine sind sexy-seidig, wir schmecken noch etwas Holz, das sich aber mit etwas Flaschenreife einbinden wird. Tolles Finish auf dunklen Cassisnoten. Grandioser Pinot Noir für 40€ muss man in D und erst Recht im Burgund lange nach solche einer Qualität für diesen fairen Preis suchen.

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Spätburgunder »Sonnenberg KT« VDP.Große Lage

Das sagt der Falstaff

Dem 29-jährigen Johannes Jülg ist im vorderen Teil dieses Buchs ein Porträt in der Rubrik »Talenteschuppen« gewidmet. Was Jülg junior gemeinsam mit Vater Werner (wie diesen Jülg Spätburgunder Sonnenberg trocken, Anm. K&M) auf die Flasche zieht, überzeugte unsere Jury vollauf. Dabei ist es nur wenig erstaunlich, dass am südlichen Ende der Pfälzer Weinstraße exzellente Spätburgunder in der Liste stehen.

Um es vorwegzunehmen: Beim Chardonnay macht Johannes Jülg keiner etwas vor, da zählt er zu den besten Erzeugern im Land, sein »Opus-Oskar« spielt in der obersten Klasse. Jülg, Jahrgang 1987, der bei Lehrmeistern wie Klaus Peter Keller, Werner Schönleber und auf der Domaine Clos des Lambrays im Burgund ganz genau hingeschaut hat, wurde hier noch vor Kurzem als »Newcomer« gefeiert. Diesem Status ist er mittlerweile entwachsen, seine Weine – ob weiße und rote Burgunder oder Riesling – sind von beeindruckender Seriosität, ohne ihre verspielte Finesse zu vernachlässigen. Das kalkgeprägte Terroir befördert dabei die stilistische Nähe zum Burgund.

Die junge Generation überzeugt

Besonders erfreulich zu sehen, dass bei Betrieben, die peu a peu von der nachwachsenden Generation übernommen werden, besonders überzeugende Weine angestellt werden. Ein klares Zeichen, das die Ausbildung immer besser wird und die Individualität der Weine besonders im Fokus steht. Ganz vorne zu finden sind die Weine von Johannes Jülg aus Schweigen-Rechtenbach nahe der französischen Grenze. Seit 2010 ist er zusammen mit Vater Werner federführend. Die Weine sind seither knackig frisch und präzise. Der hier zelebrierte Holzeinsatz ist dabei aber immer nur Mittel zum Zweck.

Jülg Spätburgunder Sonnenberg KT (=Kostert) VDP.Große Lage trocken

In der VDP.GROSSEN LAGE® KOSTERT stehen die Reben auf einem mit bis 30 Prozent Steigung deutlich geneigtem Hang direkt oberhalb der französischen Stadt Wissembourg. Geschichte: Der Name Kostert könnte von köstlich kommen. Den Mönchen des nahen Zisterzienserklosters St. Paulin wird nachgesagt, sie hätten zu den Weinen aus der GL KOSTERT gesagt: “dieser Wein schmeckt köstlich!” (Kostert). Möglicherweise geht der Name auch auf die jüdischen Weinhändler zurück, die bis zum Nationalsozialismus eine wichtige Funktion in der deutschen Weinwelt hatten. Kostert ist abgeleitet von “koscher”. Die Weinberge sind direkt nach Süden ausgerichtet und profitieren den ganzen Tag lang von der prallen Sonne. Der Boden ist sehr stark vom Kalkstein geprägt, enthält aber auch Ton und Kalkmergel. Die GL KOSTERT liegt auf 250 bis 280 Metern und ist neun Hektar groß. Da die Lage auf französischem Gebiet liegt, dürfen Weine deutscher Winzer diesen Lagennamen auf dem Etikett nicht verwenden. Das Gewann (lieu-dit) Kostert befindet sich auf dem großen Sonnenberg unmittelbar neben dem Kammerberg (KB).

Unser Jülg Spätburgunder Sonnenberg KT  stammt von 2015 gepflanzten, gesunden und sehr kleinbeerigen Trauben. Sie grenzt direkt an DEN KAMMERBERG und ist südlich ausgerichtet. Die Rebstöcke stehen auf französischem Kalkstein-Boden. Der hier etwas tiefere und schwerere Boden zeichnet sich durch eine hohe Wasserhaltefähigkeit aus und ist daher besonders in warmen Jahren als perfekter Wasserspeicher geeignet. Handlese, sorgfältiger Transport in kleinen Lesekisten. Anschließend werden die Trauben entrappt und mit weinberg- und kellereigenen Hefen spontan vergoren, 14 Tage Maischegärung mit anschließender Lagerung über 18 Monate in Erst- und Drittbelegten Barriques, unfiltriert gefüllt. Burgundisch elegant spiegelt er seine Herkunft wieder.

Memo zur Speise

Wildbret, Burger aus Entenbrustfilets.

Memo zur Degustation

Kostert ist mit dem Jahrgang 2020 erstmals als Großes Gewächs klassifiziert. Die Trauben stehen zu 100% auf französischer Gemarkung (ein Grenzstein trennt den Weinberg in einen deutschen und französischen Teil) Betörender Duft von kleinen roten Beeren, etwas Kirsche, dunkle Johannisbeeren, dezent florale Noten, Blüten und einen Hauch von dunkler Schokolade. Feine Frucht meets leichte Röstung. Holz und Frucht sind verwoben, die Frucht ist frisch und saftig und sehr natürlich zurückhaltend, nie überzeichnet. Dennoch ist der KT etwas kräftiger und konzentrierter als sein Pendant aus dem Wormberg (=WB). Aber immer wunderbar elegant, forsch und mit viel Saftigkeit ausgestattet. Die Tannine sind sexy-seidig, wir schmecken noch etwas Holz, das sich aber mit etwas Flaschenreife einbinden wird. Tolles Finish auf dunklen Cassisnoten. Grandioser Pinot Noir für 40€ muss man in D und erst Recht im Burgund lange nach solche einer Qualität für diesen fairen Preis suchen.

Memo zum Boden

Kalkmergel mit hohem Lehmanteil

Weingut Jülg  | Pfalz | Südliche Weinstraße |

20 ha Rebfläche | Produktion ca. 220.000 Flaschen, davon ca. 50.000 Flaschen Sekt | seit Oktober 2005 bei K&M im Sortiment | seit 30.03.2021 Mitglied im VDP.

Familie Jülg 

Wer unser Sortiment ein wenig kennt, weiß, dass wir aus der Nordpfalz einige Spitzenweine im Sortiment haben. Aber die Pfalz ist ein großes Gebiet – das größte Weinanbaugebiet in Deutschland – und natürlich gibt es auch hier deutliche regionale Unterschiede. Die Südpfalz ist kühler und feuchter als der nördliche Teil (Mittelhaardt). Im Pfälzerwald gibt es mehr Öffnungen, so dass die kühleren und feuchteren Westwinde etwas mehr Spielraum haben. Die Weinberge liegen hier auch etwas höher. Das muss in Zeiten der globalen Erwärmung kein Nachteil sein. Im Gegenteil. Die Weine aus den besten Weinbergen der Südpfalz zeigen Präzision, Kühle, Mineralität.

Schweigen -am Deutschen Weintor

Mit dem Weingut Jülg befinden wir uns mitten im Süden der Pfalz. Weiter südlich geht es nicht, die Hälfte der Weinberge dieser Domäne liegt sogar in Frankreich. Die Weine stammen größtenteils aus dem Schweigener Sonnenberg, durch den früher die Grenze verlief und der zum großen Teil auch auf französischer Seite in Wissembourg Rebstöcke beheimatet. Aber es ist erlaubt, diese Weine als “Pfälzer” zu vermarkten. Heute ist dieser grenzüberschreitende Weinbau kein Problem, aber vor dem Schengener Abkommen musste Vater Jülg zum Beispiel immer daran denken, seinen Reisepass im Traktor mitzuführen, denn Grenzkontrollen waren an der Tagesordnung. Der Schwerpunkt liegt – Rot wie Weiß – eindeutig bei den Burgunderrebsorten, die durch Kraft und Dichte sowie einer erfrischenden Säure eine wunderbare Lebendigkeit aufweisen und so prädestiniert sind für die “Heimatküche” der Jülgs.

Aus der Tradition in die Zukunft

Oskar Jülg begann 1961 mit seinem Weingut und entschied sich ebenfalls für trockene Weine. Dies stand damals im Widerspruch zu der vorherrschenden Produktion von Süßweinen. Er bezog seine Reben aus dem Elsass und pflanzte französische Klone des Weißburgunders und später des Spätburgunders. Er ließ sogar Chardonnay auf seinen Parzellen jenseits der Grenze in Frankreich anbauen, verkaufte ihn aber als Weissburgunder. Chardonnay war zu dieser Zeit nicht erlaubt. Seine Auswahl an trockenen Qualitätsweinen machte den Verkauf nicht einfach, er kombinierte das Weingut mit einer Weinstube.

Mein Ding

Mitte der 1980er Jahre hat dann Werner Jülg das Weingut kontinuierlich und mit viel Leidenschaft von einem typischen Massenweinbetrieb in einen Qualitätsbetrieb von individuellem Zuschnitt gewandelt. Dabei rennt er aber nicht jedem Trend hinterher, sondern er macht „sein Ding“. Entscheidend sind nicht die Analysewerte eines Weines, für ihn stehen immer der Geschmack, der Charakter, die Finesse und Persönlichkeit eines Weines im Vordergrund. Sie strahlen eine gelungene Verbindung zwischen Tradition, Frische und klarer Frucht aus und sind trocken ausgebaut. Und trocken bedeutet hier auch trocken, schmeichelnde Restsüße sucht man in seinen Weinen vergebens, da bleibt er seinem Leitspruch treu.

Die nächste Generation

Werner und Johannes Jülg

Werner und Johannes Jülg

Der Durchbruch gelang dem Weingut Jülg erst, als Johannes Jülg 2010 zu seinem Vater Werner stieß und der Qualität einen deutlichen Schub gab. Nach Abschluss seines Weinstudiums absolvierte er Praktika bei renommierten Betrieben wie z.B. bei Klaus-Peter Keller, Clemens Busch, Stodden und im Burgund beim Weingut Clos de Lambray. Sein Credo ist klar: mit harter Arbeit im Weinberg und so wenig Eingriffen im Keller wie möglich die bestmöglichen Weine auf den Markt bringen, die auch die Terroir-Unterschiede seiner Weinberge zum Ausdruck bringen. Sandstein, Kalk, Ton und Löss wechseln sich ab. Alles wird von Hand geerntet, und im Keller wird modern-traditionell gearbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, und Johannes wird heute zu den großen Talenten seiner Generation gezählt.

Der Lohn für harte Arbeit

Deutschlands führender Weinführer Gault-Millau ist sich sicher: “Das ist Klasse, das hat Stil!”. Johannes’ Paradestücke sind zweifellos seine Burgunder: Spätburgunder, Weißburgunder und Chardonnay. Aber er beherrscht zum Beispiel auch Riesling, Sauvignon Blanc und Scheurebe. Seit den 1980er Jahren haben sie auch eine eigene Sektenproduktion. Die Herstellung der fast 50.000 Flaschen Sekt, die hier jedes Jahr produziert werden, erfolgt vollständig auf dem Weingut.

Im März 2021 wurde das Talent von Johannes Jülg anerkannt: Das Weingut Jülg wurde in den Verband deutscher Prädikatsweingüter aufgenommen.

Vinum Weinguide 2022: Weingut des Jahres in der Pfalz

Weinstube Jülg

Als Oskar Jülg 1961 sein Weingut ganz im Süden der Pfalz eröffnete, wurde schnell klar, dass seine Auswahl an trockenen Weinen (hauptsächlich Weißburgunder) auf einem von Süßweinen dominierten Markt schwierig war. Ein eigenes Restaurant zu haben, erwies sich als eine Lösung, um trotzdem Umsatz zu machen. Im Jahr 1962 gründete seine Frau Erika die Weinstube Jülg. Sie servierte eine hochwertige regionale Küche, da sie entweder mit Fleischzubereitungen aus eigener Schlachtung arbeitete oder die Zutaten von hervorragenden Erzeugern bezog. Um den Betrieb rentabel zu halten, umfasste das Anwesen auch Ackerbau, Viehzucht und die Veredelung von Weinreben. Ihre konsequente Vision von Qualität, sowohl für das Weingut als auch für das Restaurant, brachte sie an den Punkt, den sie erreichen wollten: Anerkennung für ihre wunderbaren trockenen Weine.

Die Seele des Weingutes

Erika Jülg hat bis Dezember 2019 gekocht. Als frischgebackene Achtzigjährige hat sie nach fast 50 Jahren die Kochmütze an Laurent Durst weitergegeben, einen ehemaligen Sternekoch, der gleich hinter der Grenze in Wissembourg lebt und nun sein Fachwissen im Restaurant von Jülg weitergibt. Wir haben die Küche von Erika Jülg schon mehrmals probiert und waren gespannt, ob der Stilwechsel zu viel sein würde. Aber beim Verzehr eines überraschenden und frischen Carpaccio von Saumagen, Blutwurst mit Linsen und Pellkartoffeln, spürten wir sofort die Seele dieser Stube. Hier kocht ein Koch, der genau verstanden hat, was Erika Jülg in all den Jahrzehnten erreicht hat: Menschen mit der bestmöglichen regionalen Küche glücklich zu machen. Und an den berühmten Bratkartoffeln hat er zum Glück auch nichts geändert. Ein Gericht, das so einfach zu sein scheint, bei dem aber die Wahl der richtigen Kartoffel und die Erfahrung mit dem Frittieren von entscheidender Bedeutung sind, damit die Zubereitung so gelingt wie bei Erika.

Wenn das Wetter es zulässt, sitzen Sie im großen und gemütlichen Innenhof. Im Inneren herrscht die Atmosphäre vergangener Zeiten. Der Service durch die Frau von Laurent Durst und die Mutter von Johannes Jülg ist reibungslos und herzlich. Orte wie dieser sind zu bewundern.

Anschrift des Weingutes:

Weingut Jülg | Hauptstraße 1 | 76889 Schweigen-Rechtenbach

Alle Weine dieses Winzers >>
Allgemeine Informationen
WeinartRotwein
RebsortePinot Noir (Spätburgunder)
Geschmacktrocken
LeitrebePinot Noir (Spätburgunder)
KategorieQualitätswein
Erzeugungkonventionell
VerschlussNaturkork
Herkunft
WeingutJülg
RegionPfalz
BereichSüdliche Weinstraße
LageSchweigen Sonnenberg
HerkunftslandDeutschland
Verbrauch
Weintypfruchtig, kraftvoll, frisch, trocken
Trinkreife2023 - 2029
Trinktemperatur16 Grad
Analysewerte
Alkohol13% Vol.
Allergiker-Infoenthält Sulfite, kann Spuren von Eiweiß, Milch und Gelatine enthalten
Punktewertungen
K&M Punkte89 Punkte
Wein-Plus89 Punkte
Weinwisser18 Punkte

Fester, noch unentwickelter, geschliffener und präziser Duft nach reifen schwarzen Beeren mit Wacholdernoten, Leder, einem Hauch Wurzelgemüse, Kirschtönen, einem Hauch Pilzen, Roter Bete, und floralen Nuancen. Reife, saftige, noch unentwickelte Frucht, ein wenig Bitterschokolade und Haselnüsse, sehr feines, jugendliches Tannin und etwas Säurebiss, gute Nachhaltigkeit, eingemachte Kirschen im Hintergrund, gewisser Schmelz, beinahe weiche Konturen, sehr guter, saftiger und moderat ätherisch-würziger Abgang mit deutlich schokoladigen Aromen.

Trinkempfehlung: Mitte 2023 bis 2028+. Zuletzt bewertet: 14. September 2022

Kühles Bouquet mit zart reduktiven Noten, klar mit Tiefenstaffelung, im Kern des Duftes mineralisch-steinig mit feiner Rotbeerigkeit. Am Gaumen sehr finessenreich, transparent mit feinmaschiger, detaillierter Struktur mit delikaten und mineralischen Nuancen sosowie kleinen roten Beeren, elegantes Finale mit zart salzigen Anklängen. Ein gelungener Einstieg des VDP-Neulings! 18/20 Punkte Weinwisser